Reinhard Mey (Wdhlg. vom 05.05.2024)

Shownotes

Wer Dinge oder Ideen entwickelt, die es der Nachwelt leichter machen, wer die Welt also ein bißchen besser hinterlässt, als er sie ursprünglich mal vorgefunden hat, der verdient es, bedacht zu werden. Man schreibt Bücher über diese besonderen Menschen, benennt Straßen oder auch Flughäfen nach ihnen. Wie wunderbar aber muss es für jemanden sein, schon zu Lebzeiten zu erfahren: Deine Lieder haben mein Leben schöner gemacht. Deine Texte haben mich gerettet. Der 1942 in Berlin geborene Musiker Reinhard Mey wird diese Sätze häufiger gehört oder gelesen haben. Über 80 Jahre alt ist er jetzt und wird nicht müde, seine feinen Beobachtungen musikalisch einzupacken und weiterzugeben. Bewegende 8 Jahrzehnte werden das gewesen sein, ein Leben, das im Krieg begann und in das sich sehr früh diese eine Konstante einschlich: die Gitarre - auch wenn es inzwischen mehrere gewesen sein dürften. Fast 24 Studio-Alben und mehr als 500 Songs hat Reinhard Mey erschaffen. Und auch, wenn diese Lieder im Grunde immer erzählen, was in seinem Leben passiert, freuen wir uns sehr darauf, diesen Geschichten und Gedanken jetzt auch im Gespräch begegnen zu dürfen.

Playlist Wdhlg. vom 05.05.2024

Udo Lindenberg - Der Astronaut muss weiter Gerhard Wendland - Domino Silly & Das Deutsche Filmorchester Babelsberg - Wo bist Du Klaus Hoffmann - Zeit zu Leben Jochen Distelmeyer - Let's stay together Hannes Wader & Reinhard Mey - Zwei Musketiere Konstantin Wecker - Schlendern Ulla Meinecke - Ein Schritt vor und zwei zurück Heinz Rudolf Kunze - Akrobat

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen bei den Sommerspecials der Hörbarust.

00:00:07: Bis Ende August veröffentlichen wir jeden Sonntag eine besondere Episode, an die wir uns gerne erinnern!

00:00:14: Heute mit dem Sänger Reinhard May, der im Mai-Vierundzwanzig zu Gast war.

00:00:20: Wir sprechen unter anderem über ein Leben das mit Erinnerungen an den Krieg begann Tante Ilse und Oma Käthe Udo Lindenberg und Frankreich, blaue Briefe, Adrenalin.

00:00:32: Und über die ewigwährende glückliche Liebe eines Mannes der sich selbst als altes Kind bezeichnet.

00:00:50: Jede Woche habe ich das Glück, dass mir eine sehr interessante Persönlichkeit gegenüber setzt mit der ich musikalisch durch ihr Leben gehen darf.

00:00:59: Und wer das heute ist, das erfahren Sie jetzt!

00:01:08: Wer Dinge oder Ideen entwickelt die es der Nachwelt leichter machen, wer die Welt also ein bisschen besser hinterlässt als er sie ursprünglich mal vorgefunden hat, der verdientes Bedacht zu werden.

00:01:20: Man schreibt Bücher über diese besonderen Menschen, benennt Straßen oder auch Flughäfen nach ihnen.

00:01:25: Wie wunderbar!

00:01:26: Aber muss es für jemandem sein schon zu Lebzeiten zu erfahren?

00:01:30: Deine Lieder haben mein Leben schöner gemacht.

00:01:33: Deine Texte haben mich

00:01:34: gerettet.".

00:01:35: Der forty-neinzehnte in Berlin geborene Musiker Reinhard May wird diese Sätze häufiger gehört oder gelesen haben.

00:01:43: Über achtzig Jahre alt ist er jetzt und wird nicht müde, seine feinen Beobachtungen musikalisch einzupacken und weiterzugeben.

00:01:51: Bewegende acht Jahrzehnte werden das gewesen sein – ein Leben, dass im Krieg begannen und in das sich sehr früh diese eine Konstante einschlägt… die Gitarre!

00:02:01: Auch wenn es inzwischen mehrere gewesen sein dürften.

00:02:04: Fast vierundzwanzig Studiealben und mehr als fünf Nazzons hat Reinhard May erschaffen.

00:02:10: Und auch wenn diese Lieder im Grunde immer erzählen, was in seinem Leben passiert, freuen wir uns sehr darauf diesen Geschichten und Gedanken jetzt auch im Gespräch begegnen zu dürfen.

00:02:23: Herzlich Willkommen nach fünfzehn Jahren Herr May!

00:02:26: Schönen Dank.

00:02:27: ich freue mich dass ich hier sein kann und dieser Ansage wärmt mir wirklich das her.

00:02:32: Oh schön, vielen Dank dafür.

00:02:36: Applaus ist eine Sache die... nicht sehr lange vorhält.

00:02:40: Sie macht einen glücklich an den Moment, wo er ihn bekommt aber dann wird es still und man hat sehen sucht danach natürlich Anerkennung zu finden und wenn man so nette Wort hört wie ich sie eben gehört habe ist das sehr schön als es ist bin ich dankbar.

00:02:56: für.

00:02:58: jetzt da wir sagen fällt mir auf dass obwohl sie wahrscheinlich mit der generation social media gar nicht so viele Überschneidungen haben.

00:03:06: Ich weiß nicht, wie aktiv Sie da sind auf Facebook oder Instagram?

00:03:10: Ich habe eine Homepage die ich gerne pflege.

00:03:12: das ist für mich meine Litfer-Säule aber sonst hab' ich nichts, sonst halte ich mich daraus weil ich weiß dass es ein Zeitfresser is'.

00:03:19: Das ist ein Lebenszeittöter wenn man sich richtig da reinknitt.

00:03:23: Ich gänne Menschen die ja wirklich abhängig davon sind und die kaum noch zu irgendetwas anderem kommen Und ich weiß, dass ich eigentlich auch so ein Typ wäre.

00:03:31: also lass' ich lieber die Finger

00:03:33: her.

00:03:33: Es ist ja auch in vielen Teilen sehr inspirierend.

00:03:37: Das Verlockende, also das ist nicht nur einfach Dover Quatsch sondern es gibt auch viele Dinge die sehr gut auf den Punkt gebracht werden, sehr viele Themen die Einzug auf diese Art und Weise Einzug ins Leben halten.

00:03:49: Das ist wie bei so vielen Dingen Fluch und Segen.

00:03:52: Was ich nur gerade dachte, als Sie das sagten mit dem Applaus.

00:03:56: Eigentlich werden sie sich wahrscheinlich viel besser in erfolgreiche Internetpersönlichkeiten Influencerinnen und Influenzer hineinversetzen können oder in die meisten Menschen, die möglicherweise in den sozialen Medien sind.

00:04:07: Denn dieses Like, dass Menschen hinterlassen ist ja eigentlich nichts anderes als Applaus.

00:04:14: Es ist eine andere Währung aber es ist das selbe Prinzip.

00:04:19: Wieso habe ich jetzt hier nur fünfzig Likes oder nur fünftausend Likes bekommen?

00:04:23: Letztes Mal waren es zehntausend.

00:04:25: und wie flüchtig wahrscheinlich auch dieser Rausch ist.

00:04:27: Und sie sagten gerade, man will mehr davon.

00:04:30: Aber genau aus diesem Grunde hab' ich auf meiner Homepage kein Gästebuch und ich habe keine Likes- oder Dislikes weil ich weiß dass das einen auch verletzt natürlich wenn ein böser Kommentar kommt.

00:04:43: Es tut so weh wenn so etwas kommt Da schießt irgendjemand aus dem Hinterhalt.

00:04:49: Das muss man sich nicht geben, das möchte ich nicht haben.

00:04:53: Also es ist... Ich setze etwas in die Welt Man kann es mögen und man kann es nicht mögen.

00:04:59: Ich weiß es nicht Und ich bin eigentlich zufrieden damit.

00:05:03: Es ist wie eine Pusteblume, man pustet hin Die kleinen Partikel fliegen in der Welt hinein, man weiß nicht wo Wer sich auffängt usw.

00:05:13: Vielleicht bin ich ein Einsiedler irgendwie.

00:05:16: Also, ich erliebe den Applaus auf der Bühne natürlich.

00:05:19: Das ist das schönste, wenn das Konzert läuft und nach einem Lied die Zustimmung aus dem Publikum in Form von Beifall kommt oder nicht endenwollendem Beifall am Ende des Konzerns?

00:05:32: Da sind sie sehr verwöhnt und zwar sehr konstant.

00:05:34: Es haben wenige Künstlerinnen und Künstlern geschafft – das kann ich ja ruhig sagen!

00:05:38: Sie sind glaube ich zu bescheiden um das zu sagen aber es So dass sie dann eine außergewöhnlichen Position sind, da gibt es vielleicht noch ne Hand voll anderer Künstlerinnen und Künstlern in diesem Land.

00:05:50: Also ich glaube das entsteht in so einem Konzert wenn es richtig läuft, wenn man nicht richtig reingegeben hat oder ich bemühe mich immer, dann entsteht eine warme Atmosphäre, eine freundliche Atmosphere mit dem Publikum Anerkennung für die Leistung, die man gerade gebracht hat.

00:06:11: Sondern es ist der Ausdruck einer Seelenverwandtschaft.

00:06:15: Man fühlt gleich, man hat gleiche Empfindungen, man fühlt sich verstanden und ich fühle mich verstanden wenn die Leute sich verstanden fühlen.

00:06:22: Da kommt wirklich eine Art von Applaus, die nicht in Schreien und in Pfiffen gipfen muss...

00:06:29: Vielleicht das das Liebe?

00:06:30: ...in Extase!

00:06:31: Aber ja

00:06:32: vielleicht ist das das Leben.

00:06:33: Das habe ich schon gesagt.

00:06:34: Ich glaube es ist Liebe weil Ich muss einfach sagen, in diesem Moment liebe ich die Menschen, die da unten mir zugehört haben.

00:06:43: Die mich einen Abend lang ertragen und getragen haben.

00:06:47: Das ist Dankbarkeit und Verbundenheit.

00:06:49: Und ja... ...ich glaube es ist Liebe!

00:06:52: Denn das bekommen Sie auch zurück.

00:06:55: Man kann ja liebisch schwer beschreiben aber vielleicht erlebt man das auf Konzerten an beiden Seiten.

00:07:00: In dem Moment, in diesen wunderbaren Moment.

00:07:03: Das ist, glaube ich auch der Grund warum mich das mache.

00:07:05: Ich würde alle geliebt sein und ich möchte sehr gerne geliebte sein und es macht mich glücklich.

00:07:11: Das ist wahrscheinlich der treibende Motor.

00:07:14: Ich schreibe in der Stille und dann eine Platte zu machen – das ist immer wieder toll!

00:07:18: Das ist aufregend aber auch ein Brief denn dann kommt wärmt ein und macht einen glücklich.

00:07:26: Aber das wunderbarste ist tatsächlich die Emotionen im Moment auf der Bühne mit den Menschen teilen, die dann zuhören.

00:07:34: Es ist unvergleichlich.

00:07:38: Als Musiker oder anders, Musikerinnen und Musikern fällt es für gewöhnlich sehr schwer so eine Auswahl auf Achtzongs zu beschränken?

00:07:46: Ich weiß nicht wie wacker sie sich da geschlagen haben ging's

00:07:49: Ja aber es gibt ein paar Lieblingslieder die hat man immer Und die lassen einen ganzes Leben lang eigentlich nicht los und deswegen brauche ich nur in diese Kiste zu greifen.

00:07:59: und dann habe ich was

00:08:01: Sie haben... es ist so ne Art Ich würde jetzt mal sagen, dass die Freunde und Wegbegleiterinnen und Weg-Begleiter mitgebracht haben.

00:08:09: Und einer ist auch gehört zu dieser Handvoll Künstler, die etwas geschaffen haben, generationsübergreifend was ihnen ja wirklich auch gelungen ist.

00:08:23: Die von älteren Mittelalten, was auch immer das bedeutet und jungen Menschen geliebt werden für ihre Arbeit.

00:08:29: Das ist Udo Lindenberg.

00:08:30: Sie haben sich für den Song Der Astronaut muss weiter entschieden.

00:08:35: Warum?

00:08:36: Es ist ein ruhiger Song, wie man es von Udo Lindenberg vielleicht nicht immer gewöhnt hat, aber jetzt auch so eine wunderschöne Stille und ja eines herzgehenden Lieder.

00:08:46: ich finde das wunderbar.

00:08:47: der Astronaut mutterweiter die Bilder, die er darin malt und ich habe gesagt UdoLindenberg ist Weltkulturerbe und ich erinnere mich an Seine und an meine Anfänge.

00:09:00: Ich glaube, im Jahre twohneinzehnt zwanzig war das habe ich ihnen entdeckt weil wir hatten eine.

00:09:05: das zf hatte eine Fernsehsendung in der Hamburger Fabrik gemacht Und sie hatten mich obwohl ihr das überhaupt nicht kann als Moderator für diese ganze Geschichte eingestellt.

00:09:15: aber ich war jung und ich brauchte das Geld also habe ich es gerne angedacht und das große Glück war dabei dass sich Udo Lindenberg ansagen durfte.

00:09:51: wird man sich je wieder, jemals

00:09:56: wieder.

00:10:00: Das ist zum Niederknien schön was ich heulen will.

00:10:04: Ja

00:10:04: es hat sie richtig erwischt.

00:10:08: So muss Musik sein so muss sein dieses Zusammenspiel von Worten und der Melodie.

00:10:13: das ist eine Magie die geht in den Verstand und geht gleichzeitig ins Herz.

00:10:18: und wenn das gelingt das macht ein fertigter Urdeutern Neben vielen anderen ein ganz besonderes Meisterwerk geschrieben mit diesem Lied.

00:10:26: So melodisch und wunderbare Worte, darin die auch nicht in jedem beliebenden Lied vorkommen.

00:10:33: Trümmerteile einfach Freude und Kunst mit Worten umzugehen.

00:10:42: Das ist ja wirklich einer von den ganz großen.

00:10:47: Was hätten Sie als junger Mann gerne über das Leben gewusst?

00:10:52: Sagen wir mal mit zwanzig.

00:10:56: Ich war einen Ruder lustig, ich habe einfach darauf gewartet was mir das Leben bringen würde.

00:11:02: Ich war sehr leichtsinnig, sehr frohsinnigt und optimistisch.

00:11:07: Ich hatte keine Lust zu grübeln oder Probleme zu haben.

00:11:12: Kann man sich das aussuchen?

00:11:13: Nein!

00:11:14: Das ist ein Geschenk dass die gute Fee an meiner Wiege abgegeben hat.

00:11:18: Ich glaube es ist eine große Portion Optimismus und vielleicht auch aus dem Elternhaus Ein Fundament an Zuversicht, das mir mitgegeben worden ist.

00:11:32: Es wird irgendwie gut gehen und

00:11:35: es

00:11:36: ist bisher gut gegangen!

00:11:38: Das ist das Unglaubliche.

00:11:39: Nein ich habe es mit zwanzig nicht gewusst.

00:11:41: Ich wollte einfach... Neugierig auf das Leben aber ich hab mich gegrümmelt glaube ich.

00:11:47: Aber gemeint ist wenn sie jetzt zurück schauen?

00:11:52: Nehmen wir zwanzig einfach als Datum, es könnte auch dreißig sein oder vierzig oder auch zehn.

00:11:57: Hätten Sie heute zurückblickend wenn sie wie in so einer kleinen Zeitkapsel eine Botschaft etwas Wissendes an Erfahrung ihrem jüngeren Ich hätten mitgeben und schicken können?

00:12:08: An den zehnjährigen, an den Zwanzigjährigen aus der heutigen Erfahrung heraus?

00:12:16: Also schon mal die Könische Weißheit, es hätte nur immer Jyutje gerne.

00:12:20: Die würde ich als erstes mitgeben.

00:12:23: Glaub an dich selbst wirklich so platt wie das Klinge mag!

00:12:27: Glaub in deine Fähigkeiten!

00:12:29: Hör auf dich selbst!

00:12:30: Höhe auf dein Herz!

00:12:32: Dann geht das irgendwie gut.

00:12:33: und wenn es nicht gut geht dann hast du trotzdem das gemacht was du für richtig gehalten hast auch wenn du damit scheiterst.

00:12:41: Ich glaube dieses sich selbst finden und damit auch auf sich selbst hören können diesen inneren Kompass in der Hand zu halten.

00:12:49: Das ist ja gar nicht so leicht, also wodurch bekommt man den?

00:12:53: Es ist ja möglicherweise eine Mixtur aus einer, wenn man Glück hat bedingungslosen Liebe wie sie die in ihrem Elternhaus erfahren haben und dann vielleicht auch dem Ausprobieren, dem Scheitern, dem eigenen Wiederaufstehen sowas stärkt nicht aufgefangen zu werden das einem nicht alles abgenommen wird sondern eigene Erfahrungen zu machen.

00:13:13: Ich denke, das sind Muskelstrenger, die so einen ... ja vielleicht diesen inneren ... dieses Wissen um sich selbst stärken.

00:13:23: Aber was wenn man das noch nicht hat?

00:13:26: Also wenn man gar nicht richtig weiß, wo man ist oder wo man hin will... Das kann ja Menschen mit fünfzehn genau so passieren wie mit dreißig plötzlich wieder.

00:13:34: Dass sie da stehen und denken ich weiß nicht wohin!

00:13:37: Ich weiß nicht wer ich bin!

00:13:45: Wenn ich das wüsste, dann würde ich ein Buch darüber schreiben und versuchen diesen Rat weiterzugeben.

00:13:52: Dann machen wir uns anders auf die Suche und gucken wirklich was dazu geführt hat wie es in ihrem Leben abgelaufen

00:13:58: ist?

00:13:59: Ich glaube dass viel natürlich den Genen zu verdanken habe.

00:14:03: Wie gesagt mein wunderbares Elternhaus meine Eltern waren so etwas von liberal Unbürgerlich und freundlich und liebevoll.

00:14:15: Lassen Sie uns die doch mal kennenlernen, also wir gehen jetzt mal zurück in das Berlin, in ein kaputtes Berlin, den Krieg.

00:14:22: Wir gehen also in twohundvierzig geboren zu werden, Gott sei Dank setzt ihre Erinnerung so früh noch nicht ein...

00:14:29: Aber ziemlich früh!

00:14:30: Ja

00:14:30: wie früh?

00:14:31: Was denken Sie?

00:14:31: Ich glaube

00:14:32: dass ich Bombenangriffe bewusst miterlebt habe.

00:14:35: Ich habe auch bis auf den heutigen Tag einen ja vielleicht ein Trauma, was laute Geräusche, was knall anbetrifft.

00:14:44: Wenn ich Detonation höre das erschüttert mich bis ins Mark.

00:14:48: und letzten Endes muss ich sagen auch Silvester ist mir verhasst weil es erinnert mich einfach an Schießereien,

00:14:57: an

00:14:58: Gewalt und deswegen muss ich sage Ich führe darauf zurück dass sich also mich glaube ich sehr früh an Krieg Angewalt erinnern kann.

00:15:12: Ich sehe mich, ich weiß nicht ob das möglich ist oder ob es daher kommt dass meine Mutter oder meine Tante mir erzählt haben, ich sehe mich auf dem Arm meiner Tante oder meiner Mutter oder meiner Großmutter in den Luftschutzkeller bei unseren Nachbarn gehen.

00:15:26: Ich seh da ein warmes Licht und ich sehe uns alle dort zusammensitzen.

00:15:33: In dem Moment als schrecklich empfunden, sondern ich hatte die Wärme der Menschen, die um mich herum waren.

00:15:37: Und eben dieses warmelig das irgendwo in meiner Erinnerung ist... Ich habe diesen Luftschutzkeller dann später mal gesehen viel später und er war so wie ich ihn mir vorgestellt habe.

00:15:51: Wie viele davon Erzählung ist, wie viele davon selbst mitgekriegt habe weiß ich nicht.

00:15:55: Ich glaube aber schon dass Kinder wenn sie mit sehr heftigen Ereignissen Emotionen bei den Erwachsenen zusammenkommen, dass sich das schon sehr früh einprägt.

00:16:06: Selbst lange vor der Zeit, bevor sie selbst Worte dafür finden und wo man glaubt, das können Sie noch gar nicht abspeichern.

00:16:14: Ich glaube Kinder fangen sehr, sehr früh an Sachen mitzukriegen.

00:16:20: Ihre Mutter hat ihr Vater gehört?

00:16:23: Gerhard ist in Kriegsgefangenschaft geraten sodass er war Jurist, so dass erst mal gar nicht kennenlernen konnten, wie auch ihre ältere Schwester Christine, glaube ich.

00:16:34: Die haben sie erst kennengelernt als die Vier Jahre etwa, ne?

00:16:37: Ja genau.

00:16:40: Und bis dahin sind Sie so haben Sie es einmal gesagt in einem Materialchart aufgewachsen wenn man so will oder unter Frauen einfach.

00:16:50: Ihre Tante Ilse

00:16:52: und

00:16:53: die Mutter, die Großmutter.

00:16:54: Die große Mutter Kete das war ein... Ein wunderbares Matriarchat.

00:17:05: Nicht nur, dass es drei Frauen waren, sondern es waren wirklich ganz besondere Frauen.

00:17:11: Meine Mutter, ich sollte es anders sagen, aber meine tante Ilse, die mich in meiner Kindheit oder als sie Baby war mitbetreut hat, die mein ganzes Leben lang zur Stelle war, wenn wir sie brauchten, die unsere Kinder noch gehütet hat.

00:17:30: Für alle da war die mir als kleinem Jungen jeden Wunsch von den Augen abgelesen und sofort erfüllt hat, wenn es in ihren Möglichkeiten stand – die hatte ich dabei!

00:17:39: Und meine geliebte Großmutter Kete, für mich ist einfach so eine niedliche Geschichte Im Winter, wenn ich im Sand spielen wollte eine Zeitung auf dem Wohnzimmerboden ausgebreitet hat.

00:17:53: Zweimal Sand darauf geschüttet hat damit der kleine Reinhard mit Sand spielen konnte in Wohnzimmel buddeln.

00:18:00: Das macht was mit einem Eine Zuversicht.

00:18:05: Ich hatte eben diese drei Frauen, selbst wenn ein großes Elend draußen herrschte und ich weiß nicht alles was diesen drei Frauen wie der Pfarrer ist im Nachkriegsberlin.

00:18:13: Sie haben mich damit verschont und ich habe es nicht mitgekriegt aber es wird nicht immer rosig gewesen sein.

00:18:19: Und natürlich gab es den Hunger und sie mussten Hamstern gehen auf dem Schwarzmarkt Sachen besorgen Aber ich selbst brauchte keine Hunger zu leiden.

00:18:30: vielleicht haben die drei oder ganz bestimmt Hunger gelitten.

00:18:33: Der kleine Reinhard, der hat zu Essen gekriegt.

00:18:35: Ich erinnere mich, dass meine Tante mit einem Rucksack losgezogen ist... ...mit der S-Bahn in das Umland von Berlin um Hamstern hieß es.

00:18:46: Sie hatte den Hamster-Rucksack auf den Schultern und dann wohnen irgendwie Gapskartoffeln beim Bauern.

00:18:51: Und sie hatte eine Vogtländerkamera.

00:18:53: die hat sie dann für Nahrungsmittel hergegeben.

00:18:57: Und ich habe sie auf einer dieser Fahrten begleitet.

00:19:00: Da muss also wirklich Wir haben vier Jahre alt gewesen sein und auf dem Rückweg, obwohl mit dem vollen Rucksack stand sie draußen auf dem Trittbrett.

00:19:10: Die Züge waren übervoll und hat mich in einen Abteil rein gereicht durch das Fenster also... Für mich war das ein großes Abenteuer und ich weiß, dass sich Ziegenmilch gekriegt habe.

00:19:20: Sie haben irgendetwas gegen Ziegen Milch getauscht.

00:19:24: Es hat lange gedauert, bis sie mich an Ziegenmilch geblieben sind Aber jetzt im hohen Alter mag ich Ziegen-Milch und Ziegenkirche sehr gerne.

00:19:31: Vielleicht kommt das daher.

00:19:34: Es waren sicher schreckliche Zeiten aber Ich war in Liebe und in Zuneigung geborgen Überschüttet damit.

00:19:45: Die Erzählung von meinem Vater und meiner Schwester waren immer präsent.

00:19:49: Sie haben mir davon erzählt, als die eines Tages vor der Tür standen war das ein wunderbarer Augenblick den ich herbeigesehnt habe.

00:19:59: Ich hab mich einfach gefreut dass ich eine Schwester habe und sie da ist und dass ich einen Vater habe.

00:20:03: Und mit meinem Vater kam dann jemand in diese Familie der mir alles vom Leben gezeigt hat Zärtlichkeit für einen Mann, der sehr zärtlich sein konnte.

00:20:22: Er hat mich fürs Leben fit gemacht und dieses Gestern hat mir ein Fundament gegeben, auf dem ich so viel Sicherheit hatte, dass Menschen auffangen, dass mich Menschen aufnehmen, dass mir Menschen helfen werden, wenn ich verzweifelt bin, wenn in einer entsetzlichen Situation gerade immer jemanden finden werde, der mir weiterhelft.

00:20:45: Ich habe immer jemanden gefunden, ob ich sitzen geblieben bin oder irgendein Misserfolg hatte.

00:20:51: Oder eine Panne... Immer kam irgendwo ein Schutzengel her und einen Schutzengeln habe ich tatsächlich.

00:21:01: aber das ist dann ein ganz anderes Kapitel weil wenn ich zurückdenke habe ich so viele unglaubliche Dinge in meinem Leben gemacht die auch so riskant waren.

00:21:12: Entsassen Sie nicht mal in einem brennenden Flugzeug?

00:21:16: Nein, es brannte nicht.

00:21:20: Also meine Fluggeschichten sind ja noch wirklich selbstverschuldet.

00:21:25: aber als kleines Kind weiß ich dass ich eine Steckdose gefasst habe und in einer Straßenbahn, weil ich extrem neugierig war, in ein Loch meinen Finger reingesteckt habe indem eine Glühbirne kaputt gegangen war.

00:21:40: Ich habe so einen Ding gefeuert gekriegt Ich habe eine Narbe am Finger gehabt, aber ich hab's überlebt.

00:21:46: Und ich habe es heraus gelernt, stecke den Finger in einen elektrischen Steckkontakt.

00:21:52: Ich habe ein Fundament von den Eltern mitbekommen und da fühl' ich mich sicher

00:21:59: drauf.".

00:22:00: Der nächste Song kommt ist auch glaube ich einzusiedeln In ihrer Kindheit Domino.

00:22:04: Warum hast du so traurige Augen gehört Wendland?

00:22:07: Unglaublich!

00:22:08: Warum dieses Lied?

00:22:11: Es war wirklich so, wie ich in einem Lied erzählt habe.

00:22:14: Auf meinem Schulweg gab es eine Markthalle.

00:22:18: Wie es früher war ein ganz tolles Abenteuerland für Kinder und gab einfach viel zu sehen.

00:22:25: Und da gab er einen kleinen Rundfunk- und Plattenladen.

00:22:27: Da stand ein Schellblattenwechsel davor und da kam dieses Lied Wie ich es dann in meinem eigenen Lied noch sage, immer wieder hören und das dauerte ja bis der Zinnplattenwechsel einmal durch war.

00:22:43: Dann wurde umgedreht, dann kamen zehn andere Lieder und dann kam erst wieder Domino.

00:22:49: Ich glaube die Geschichte hat mich irgendwie gepackt.

00:22:55: Wormals du so traurige Augen weinen nicht weil die Menschen nichts taugen?

00:22:59: Das war immer so, das bleibt auch so... Domino sei doch froh!

00:23:04: Auch für mich.

00:23:05: Blüter ist Glück irgendwo, das hat mich irgendwie gepackt damals.

00:23:28: Das habe ich seit siebzig Jahren nicht gehört.

00:23:30: Wirklich?

00:23:30: Aber ich weiß jetzt was es war!

00:23:32: Es ist bestimmt der dreiviertetakt... ...es ist das Accordion, dass plötzlich dieser Mollteil da reinkommt und dann so Sonderbare Worte wie, da lacht der Bayazzo.

00:23:45: Was denkt sich ein zehn-jähriges Kind wenn der bayazzolacht?

00:23:48: Der weiß nicht was in Bayazso ist und von Kolumbinen weiß er auch nichts.

00:23:52: aber da war Abenteuer in dem Lied Und es ist auch eine gefällige Melodie man muss das sagen.

00:23:58: Es sind Müsettwalzer

00:24:00: Die Stimme, das klingt ziemlich zeitlos.

00:24:03: Es wird sicherlich eine neuere Aufnahme sein... Wahrscheinlich,

00:24:09: ich glaube es ist eine neue Aufnahme.

00:24:10: Ich kann's aber nicht beschwören.

00:24:11: Aber es kommt mir sehr vertraut vor jeden Fall.

00:24:14: Ganz nah an dem Original was ich damals hörte.

00:24:17: Ich würde gerne nochmal kurz auf ihren Vater zurückkommen und auf ihre Eltern als Paar.

00:24:22: Denn das, was sie da erlebt haben ist nicht selbstverständlich für ihr Paare sowieso nicht aber auch für diese Zeit schon mal gar nicht denn Kriegsgefangenschaft hat manche Menschen wirklich gerade viele Paare voneinander entfernt.

00:24:37: Menschen kamen psychisch zerstört, physisch extrem eingeschränkt zurück.

00:24:41: Die Frauen haben in der Zeit ihr eigenes Leben gelebt und sich in irgendeiner Weise emanzipieren müssen.

00:24:47: Also da kam eins zum anderen ganz unterschiedliche Geschichten.

00:24:50: bei ihren Eltern war das anders.

00:24:52: nicht nur dass Ihr Vater in der Lage war sehr zärtlich zu ihnen sein sondern denn auch das ist ja auch nicht selbstverständlich für die Zeit nicht für das Männerbild damals sondern er hat Das weiß ich aus einem Interviewbuch.

00:25:09: Er hat auch offenbar nicht die bisherige Erziehung torpediert, also er ist da überhaupt gar nichts zwischengegangen, sondern hat diese Art unterstützt?

00:25:21: Ja, er ist in dieses Dreigestirn hineingekommen und hat sich angepasst.

00:25:27: Und sie haben sich immer gut vertragen mit seiner Schwiegermutter, der Schwester meiner Mutter.

00:25:35: Die waren immer gut miteinander.

00:25:36: Da hat es eigentlich, natürlich... Das kracht

00:25:39: ja immer!

00:25:39: ...

00:25:40: wie in jeder Familie aber es hat nie einen Twist gegeben oder eine tiefe Uneinigkeit.

00:25:47: Es war wirklich ein Glück, es war harmonisch.

00:25:50: alle Geburtstage, alle Feiertage, alle Weihnachten waren immer alle zusammen und eben abgesehen von dem angebrannten Braten gab es keinen Streit in der Familie.

00:26:01: Und ihr Vater hat ja auch, er hatte erstmal so einen Knochenjob angenommen bei der Eisenbahn.

00:26:06: Er war da ganz klar überqualifiziert und dann bei der Berliner Senatskanzlei glaube ich zu arbeiten.

00:26:13: Ja, er konnte sehr gut Französisch.

00:26:16: also von nebenen habe ich wahrscheinlich auch den Impuls gekriegt schön französisch zu lernen und er hat ein Job bekommen für die in einem Besatzungslastenamtiestas damals um die Rechtsstreitigkeiten zwischen deutschen und französischen Besatzungsdrücken zu schlichten oder jedenfalls zu Dolmetschen.

00:26:38: Und da war er, glaube ich, gut und hat sich auch ... weil glücklich.

00:26:43: in diesem Beruf hat das geliebt.

00:26:46: Das weiß ich!

00:26:47: Deswegen war er sehr ausgeglichen und war ein super Vater.

00:26:54: Wir haben sehr viel gelacht.

00:26:57: Haben Sie mit ihm später über diese Zeit gesprochen?

00:27:00: Denn auch das hat ja viele Familien belastet, dass so traumatische Dinge vorgefallen sind.

00:27:06: Dass menschlich verschlossen haben.

00:27:08: Wir

00:27:08: haben über alles gesprochen.

00:27:09: in dieser Familie wurde und in meiner Jetzchen wird auch immer zugesprochen Und es hat nie etwas Verbeugnis gegeben, ein dunkles Geheimnis von dem keiner wissen durfte.

00:27:23: Es war sehr, sehr offen und natürlich habe ich ihn nach dem Krieg befragt und er hat ganz gewiss den Pazifismus der heute und seitdem immer in mir lebt geweckt und gestärkt durch seine Kriegserzählung.

00:27:40: Er hat selbst einen Bruder im Krieg verloren, dem Onkel Werner hat die ganze Familie geschmerzt.

00:27:52: Ich weiß, dass meine Großmutter abends immer an mein Bett kam und betete bis macht, dass Onkel Werner nach Hause kommt.

00:28:03: Alle haben diesen Onkel Wernher vermisst und natürlich ich auch, nachdem ich nicht die Erzählung kannte.

00:28:08: Ich wusste das mein Vater einen anderen Bruder hatte der Schauspieler werden wollte ein wunderbarer Lustjahr Vogel den ich dann auch kennengelernt habe.

00:28:15: aber dem ist ein Bein weggeschossen worden und damit war mit der Schauspielkarriere zu Ende und mein Vater der vielleicht neben seinem

00:28:25: Jurastudium

00:28:27: enter Musiker werden wollen dass eine Gehör im Krieg zerstört wurden.

00:28:32: Also die ganze Familie hat wirklich unter dem Krieg gelitten und das kam in allen Erzählungen vor, da konnte man nicht anders werden als jemand der den Krieg verabscheuert.

00:28:44: Wie haben Sie die Schulzeit wahrgenommen?

00:28:46: Haben Sie gerne gelernt?

00:28:49: Ich habe sehr gerne gelernt wenn ich Lust hatte was zu lernen.

00:28:52: also wenn mich das Thema interessiert hat dann habe ich sehr gerne gelernt.

00:28:56: aber es war sehr schwierig wenn ich das Thema nicht mochte.

00:29:00: Ich habe durch meinen Vater sehr früh Kontakt zu Frankreich und zur französischen Sprache gehabt.

00:29:07: Meine Eltern haben mich eigentlich gegen meinen Willen auf eine französe Schule in Berlin geschickt, das Französische Gymnasium.

00:29:15: Ich war sehr traurig weil ich in meiner Grundschule sehr glücklich war und da viele wunderbare Spielkameradinnen und Spielkammeraden hatte... Einfach klasse, aber für das französische Gymnasium musste man die Grundschule schon nach der vierten Klasse verlassen.

00:29:31: Und ich musste diese wunderbare zwanzigste Grundschulle in der Tresco-Straße in Berlin verlassen und in dieses Gymnasio gehen.

00:29:38: Allein das Wort Gymnasiam fand ich schon schrecklich!

00:29:43: Ich habe mich dann Spaß am Französischen gehabt.

00:29:47: Sie waren auch Austauschschüler später?

00:29:48: Ja.

00:29:49: Wann sind sie alt?

00:29:51: Also meine Eltern hatten von vor dem Krieg Französische Freunde, eine Familie mit der sie viel unternommen haben in den dreißig Jahren und diese Freundschaft hat bestanden.

00:30:03: Sie haben sich auch als der Krieg anfing gesagt wenn das irgendwann vorbei ist dieses Elend dann wollen wir wieder zusammenkommen und wir wollen vor allen Dingen dafür sorgen dass unsere Kinder sich verstehen dass es nie wieder ein Zwist zwischen Frankreich und Deutschland, unseren Ländern gibt.

00:30:18: Und das haben meine Eltern sehr wörtlich genommen und haben mich also ganz früh in diese französische Familie gegeben – in einen Dorf, im Erdbeisch am Ende der Welt.

00:30:29: aber es war einfach ein Kinderparadies.

00:30:33: Glück, es war eine wunderbare Gastfamilie die ich da hatte.

00:30:36: Die hatten ein Kind, einen Sohn in meinem Alter und noch die hatten viele andere Geschwister, die größer waren aber von denen wir lernen konnten, die uns den Abenteuern beigestanden haben.

00:30:47: Aber mein Freund Etienne, der etwa gleichartig war wie ich mit dem habe ich die Ardesch Unsicher gemacht Und das war faszinierend.

00:30:56: Wir haben Diktate gemacht.

00:30:58: Ich habe freiwillige Diktaten gemacht.

00:30:59: seinen Großvater war Lehrer und der hat gesagt, die Jungs sollen jeden Morgen herkommen in sein Haus.

00:31:07: Das war ein kleines Dorf das war ein Nachbarhaus und dann hatte uns die Schatzinsel auf Französisch.

00:31:13: Die hat jeden Morgen einen Diktat freiwillig auf das wir uns gefreut haben und damit konnte ich dann in der Schule glänzen weil ich gut in Französische war.

00:31:24: Ich habe viele andere Stellen gehabt wo ich nicht gut war.

00:31:29: Wir gehen gleich noch ein bisschen chronologischer durch ihr Leben.

00:31:32: Wo bist du, haben Sie mitgebracht?

00:31:34: Im Original von Tamara Danz in dieser Version aber von Silly mit Anna Loos, Silly und das deutsche Filmorchester Babelsberg.

00:31:42: Warum haben sie dieses Lied ausgesucht?

00:31:47: Das geht an die Nieren wenn man das hört.

00:31:49: Wenn man das weiß da wartet jemand.

00:31:52: Man ist mit jemandem verabredet, dem man liebt, der man sehen sucht hat Und er kommt nicht.

00:31:58: Und die Zeit vergeht und man guckt auf die Uhr, man trinkt... ...und der kommt nicht!

00:32:03: Und diese Frage wo bist du?

00:32:05: Wo bist

00:32:05: du?!

00:32:06: Das kann ich so gut nachvollziehen und diese Sehnsucht und auch diese Verzweiflung oder diesen Zaun der letzten Endes dabei rausspricht.

00:32:13: Wo bist Du?

00:32:14: Das ist ein Unverschämter, dass du nicht kommst.

00:32:17: Schäme dich!

00:32:20: Ich liebe Anna.

00:32:21: wir sind befreunde.

00:32:24: Sie bringt das so rüber, dass es herzzerreißend

00:33:26: ist.

00:33:29: Wir haben vor nicht ganz einem Jahr mal Kontakt zu Ihnen aufgenommen, weil wir Sie darum gebeten haben

00:33:36: einen Gruß

00:33:37: zu verschicken an Kai Bernstein.

00:33:40: Ja.

00:33:41: Der ja ... Das ist eine

00:33:42: traurige Geschichte.

00:33:43: ... Präsident von Herthaer, der viel zu früh gestorben ist.

00:33:48: Vielen Dank dass sie das gemacht haben, sehr gefreut hat, ihre Worte zu hören.

00:33:55: Und sie

00:33:55: ist für mich eine große Freude!

00:33:57: Ja auch dieses Gespräch können Sie wenn Sie das möchten jederzeit nachhören über die ID-Audiothek.

00:34:03: dort finden Sie auch Gespräche mit Steffi Kühnert oder Philipp Krötering alias Kryptik Joe von Deichkind René Paulisch Charlie Hübner Meret Becker Tobias Moretti Carolin Kebekus Thorsten Sträter und sehr viele andere Personen.

00:34:19: Wir haben Ihnen natürlich auch einen Gruß zukommen lassen wollen.

00:34:24: Und das ist uns aber ein bisschen spät eingefallen, weil sonst hätten wir wahrscheinlich noch einen ganz warmen Regen.

00:34:30: Aber so sind es immerhin.

00:34:32: zweieinhalb Größe und mit dem ersten beginnen wir jetzt mal.

00:34:35: Lieber Reindl mein Bruder, mein Freund ... Ach herrlich!

00:34:40: Du wollte bei einer sagen du meine Freundin mein Zuhause erinnert dich an dein eigenes Liedpunkt?

00:34:46: Was soll ich sagen?

00:34:48: Es ist ein Gruß von einem der dich Von Anfang an sah und du kamst in den Steve Club.

00:34:56: Und ich war vorher schon von dir hingerissen, nach diesen vielen Jahren haben wir uns vorhin noch darüber gesprochen dann auf einer Tournee richtig gesehen aber einen Moment zu beschreiben wo wir nicht gelacht haben... Nee!

00:35:11: Wir haben manchmal sogar

00:35:13: auch

00:35:14: das andere, das dunkle geteilt also will sagen Du bist meine andere Hälfte Und

00:35:21: klar,

00:35:22: du kannst nicht so viel essen wie ich oder verträgst auch den Alkohol besser als ich.

00:35:30: Aber was macht das schon?

00:35:31: Wir kämpfen uns durch, wir machen weiter und du mein Bruder, du meine Freundin, du mein Zuhause!

00:35:39: Aber wahrhaftig, ich denk an dich und schick dir die besten Grüße hier aus Klado.

00:35:46: Hab es gut, sag heller einen Kuss Auf bald dein Klaus, dein Julius.

00:35:52: Mein lieber Klaus!

00:35:54: Ein wunderbarer, unglaublich ein Lebensmensch, einen Lebensfreund.

00:36:00: eine Begegnung wie man sie wirklich nur einmal hat dass jemand eine verwandte Seele hat und er kann so viel beibringen Man kann soviel von ihm lernen und er lernt von dem anderen.

00:36:16: Wir ergänzen uns wunderbar und wir haben so viele Stunden miteinander verbracht.

00:36:22: Und so viel geredet, und so viel zusammengesunken.

00:36:25: Trotzdem ist immer wieder eine Überraschung.

00:36:29: Ich kann nicht nur vielleicht mehr essen als er und

00:36:32: mehr trinken

00:36:33: aber erst zum Beispiel ein wunderbarer Komudiant auch immer spontan und immer bereit zu entertainen, selbst also ich rolle mich ein.

00:36:44: Ich bin so einen Einsiedler Krebs.

00:36:46: wenn wir zusammen sind höre ich lieber zu.

00:36:48: er ist jemand der kann sofort aus dem Stehgreif eine Gitarre nehmen und singt die wunderbarsten Sachen die wir noch nie gehört haben die wir auch nie wieder hören werden weil es einfach aus dem Arm schüttelt improvisiert und wie er sagt wir können sehr sehr lachen aber wir können auch zusammen weinen.

00:37:08: Da gibt es nicht viele, wo man das kann.

00:37:10: Nein!

00:37:11: Und wirklich was Danke ist.

00:37:13: Wir haben eine große Herzensfreude gemacht.

00:37:16: Was mich jetzt sehr freut ist zu sehen wie im besten Sinne dünn heute ich sie sind?

00:37:25: Wie emotional...

00:37:27: Musik und Freundschaft ... Das geht durch jede dicke Haut durch.

00:37:33: Nein, schön!

00:37:34: Es spricht sehr für Sie und es spricht auch für sie, dass sie mit vielen Künstlern und Künstlerinnen befreundet sind – auch tief und lang schon befreündet sind.

00:37:44: Denn man darf ja nicht vergessen, sie sind immer verhältnismäßig oder eigentlich auch sehr erfolgreich gewesen.

00:37:51: Und das gibt ja auch so was wie eine Rivalität oder eine Konkurrenz.

00:37:55: Das hat es nie gegeben.

00:37:56: Offenbar nicht?

00:37:57: Also ich wüsste wirklich nicht zu ihm mit wem es Neid gegeben hätte oder Futterneid, oder das man gesagt hat.

00:38:03: Der hatte einen Job den ich gerne gehabt hätte aber ich krieg ihn nicht.

00:38:06: Warum?

00:38:08: Wir machen jeder unser eigenes Ding und wir sind... da sind wirklich Monolithen!

00:38:13: Da sind wir einsame Inseln und keiner nimmt dem anderen was weg.

00:38:17: Keiner stiehlt dem andern was aus seinem Frutternhaft.

00:38:20: im ganzem Gegenteil Ich glaube der Erfolg des einen strahlt auch rüber und bringt dem Anderen auch Erfolg.

00:38:27: also Und es ist ... Nein, Gott sei Dank ist etwas das ich nie empfunden habe.

00:38:34: Ich weiß dass es Leute gibt die schöner sind, die größer sind, Die noch mehr essen können und noch mehr trinken können.

00:38:39: Was ist das mit dem vielen Essen?

00:38:41: Sind Sie so jemand der für doppelte Portionen bekannt ist?

00:38:43: Nein!

00:38:44: Ich esse nur ganz kleine Portionen aber ich esse sehr gerne und ich trinke auch sehr gerne.

00:38:49: Warum essen sie dann nur so kleine Portion?

00:38:51: Ist das Selbstdisziplin?

00:38:52: Weil ich selbst klein bin.

00:38:53: Mir passen einfach nicht rein.

00:38:54: Wirklich

00:38:55: nicht?

00:38:56: Nein!

00:38:57: Deswegen

00:38:57: haben sie so gute Freunde, weil Sie immer die Hälfte abgeben können an die andere.

00:39:01: Auf der Tournee ist es tatsächlich so... Ich habe zwei wunderbare Freunde, die mich beschützen.

00:39:08: Also die mich schützen, die wirklich für mich da sind aber die sind eben viel mehr als

00:39:12: Beschützer

00:39:13: Sondern sie sind ein Teil auch meines Auftritts und die sind groß Arme und große Schenkel, und sie sind große Menschen.

00:39:24: Und die Portion, die nach dem Konzert kommt ist für mich immer zu groß!

00:39:28: Ich freue mich wenn einer von meinen Freunden mir die Hälfte abnimmt und wenn ich weiß... ...ich sitze mit Michael zusammen dann weiß ich der ist alles den großen Tellerschmackern, denen ich nicht mehr aufessen können aber ich esse sehr gerne.

00:39:41: Sehr gerne ja.

00:39:42: Gut darüber werden wir an anderer Stelle nochmal ausführlicher sprechen.

00:39:46: Aber jetzt hören wir Klaus Hoffmann Ihren Lebensfreund, den wir auch gerade im Urton gehört haben.

00:39:53: Ich glaube, wir haben ihn gar nicht richtig vorgestellt.

00:39:55: Zeit zu leben!

00:39:56: Was ist der Song?

00:39:58: Den spielen wir jetzt.

00:40:49: Ich habe dieses Lied vom ersten Moment an total geliebt und das hat es mir schwer gemacht, weil ich das original kenne.

00:40:55: Und wenn man dann so ein wunderschönes Cover hat muss man sich in diesen neuen Rhythmus erst mal reinfinden.

00:41:02: Jochen Deasdenmeyer Let's Stay Together Seine Cover-Version Jochens Stimme.

00:41:08: Ich liebe ihn, ich feiere ihn als Liedermacher.

00:41:11: Er war Sänger von Blumenfeld.

00:41:12: Falls Sie sich jetzt gerade gefragt haben, wer war das denn?

00:41:14: Tolle Stimme!

00:41:16: Und das ist jetzt mal ein Cover gewesen.

00:41:17: ansonsten hat er auch unglaublich gute Solo-Alben gemacht.

00:41:21: also Jochen Distelmeyer.

00:41:22: Falls sie länger nichts gehört haben, hören Sie sich auf jeden Fall mal seine letzten Arbeiten an.

00:41:29: Sind Sie sich mal begegnet?

00:41:30: Nein

00:41:31: nie okay.

00:41:32: Haben Sie schon.

00:41:34: Sie haben, glaube ich immer selbst die Lieder, die sie performt haben.

00:41:37: Die sie gesungen haben auch geschrieben und dann vielleicht an andere Künstler verliehen und wurden gecovered?

00:41:43: Ist das so begangen?

00:41:44: Ja!

00:41:44: Ich habe eigentlich alles selbst geschrieben.

00:41:47: Vielleicht ganz zu Anfang noch von Produzenten und noch ein Titel untergejubelt gekriegt.

00:41:53: aber seit ich mir das ausrund darf hab' ich immer ganz alleine geschrieben und ja hierunter ist es vielleicht mal was gecoverd worden wie die sagen, schwer zu covern.

00:42:06: Weil ich habe so ein ganz eigenartiges Timing und... wenn man sich dagegen auflehnt und das anders sind, dann kann es auch sehr leicht daneben gehen.

00:42:16: Also ich glaube die Kollegen haben schon die Gefahr erkannt und Gefahr gebannt und lassen mal von mir lieber die Fotos.

00:42:22: Das ist interessant weil sie hatten damals in ihren CDs keinen Kopierschutz?

00:42:25: Das war sehr ungewöhnlich für Künstler.

00:42:28: Ja aber Sie haben

00:42:30: Ihre eigene Methode!

00:42:32: Sie haben einfach die Art also für andere Künstlern zumindest ihre Songs zu kopieren.

00:42:36: Es ist quasi nicht möglich.

00:42:38: Okay alles klar.

00:42:40: ja

00:42:40: Ich habe selbst große Freude daran, die davon anderen Menschen zu singen.

00:42:47: Ich weiß wie die Gefahr, die da drin steckt.

00:42:49: Man hat das Original im Ohr und davon möchte man eigentlich nicht abweichen.

00:42:53: Deswegen muss man also sehr vorsichtig umgehen.

00:42:55: aber die Versuchung ist schon da Und gerade mit dem Lied von Klaus Hoffmann dass wir eben gehört haben Zeit zu leben.

00:43:01: Da ging es so und ich habe gesagt Klaus lasst mich das Lied auch mal singen und sein Arrangeur der hab wobleich hat's auch für mich arrangiert.

00:43:07: nochmal und ich hab versucht daraus mein eigenes Lied zu machen.

00:43:13: Das Original von Claude ist natürlich immer klasse und besser als der Nachzieher.

00:43:16: Aber Spaß gemacht hat es mir!

00:43:18: Und manchmal muss auf so einer Platte auch was sein, was einfach nur laur-pollar Spaß um Spaß zu sind eine Berichtung kann.

00:43:26: Wir sprechen auch gleich über ihr aktuelles Album das am dritten Mai erschienen ist aber vielleicht sollten wir da nochmal einen kleinen Sprung zurück wagen Hin zu diesem Moment, in dem sie merkten dass die Gitarre für Sie eine ganz wichtige Lebensbegleiterin sein wollte.

00:43:44: Das hat ja nicht mit der Gitarren begonnen glaube ich.

00:43:46: Nein

00:43:46: also ich habe natürlich wie alle Kinder Musik geliebt und auch im Elternhaus.

00:43:52: mein Vater spielte Klavier meine Mutter als einen wunderschönen Sopran.

00:43:55: Mein Großvater, Großvoter Emil der hat Mit mir Klavier gespielt.

00:44:01: Ich kann mich nicht daran erinnern, aber es gibt Bilder wo ich auf seinem Knie sitze und der offensichtlich mit einem Finger, mit meinem Finger eine Melodie gespielt hat.

00:44:10: Ich habe immer Musik geliebt und meine Eltern haben von morgens bis abends das Radio angehabt oder gerne klassisch.

00:44:17: mein Vater war ein großer Mozartliebhaber.

00:44:20: Ich bin mit Musik aufgewachsen.

00:44:23: Meine Schwester, meine ältere hörte AFN also ich hab die amerikanische Seite über.

00:44:28: meine Schwester der ich gefallen wollte, hatte sich so als ob mir ihre Musik auch gefiel und habe mich da eingehört.

00:44:34: Ich hab immer Musik geliebt und meine Eltern haben gesagt Junge sollen mal Klavierunterricht haben von was man probieren.

00:44:41: und dann habe ich das in ein paar Jahre gemacht ohne Begeisterung es war keine Freude dabei.

00:44:45: Dann kam der Jazz und ich wollte eine Trompete haben.

00:44:49: Meine Eltern haben mir den Wunsch erfüllt und haben mir eine Trompete geschenkt.

00:44:52: Und ich habe Unterricht genommen, und habe im Posaunenkorg gespielt der evangelischen Kirche in Fronau vom Turm geblasen.

00:44:59: zu Weihnachten und Südlwestern mehr oder weniger schön.

00:45:03: Es gibt Gott dann keine Aufnahmen davon aber ich hab die Erinnerung daran.

00:45:07: Aber eigentlich wollte ich singen und mich begleiten und Klavier war nichts.

00:45:12: mit einer Trompette singen und gleich die Trompete spielen, ist auch schwierig unterfangen.

00:45:18: Und ich hatte eine andere Tante, eine andere Schwester meiner Mutter und die hat nur so eine Wandergitarre und noch aus uralten Zeiten von den Wandervögeln oder weiß ich, hatte sie Notenmaterial und die Grifftabellen.

00:45:33: und dann habe ich mit diesen Grifftabeln und mit ihrer alten Wandergitare mir die ersten Griffe beigebracht und das hat mir Spaß gemacht weil Ein paar Griffen und einer Gitarre kann man sehr früh Erfolgserlebnisse haben.

00:45:46: Also nicht die klassische Gitarra, die sehr viel schwerer ist und auch nicht das Klavier was sehr viel schwere drei Griffe und schon kannst du wenn die bunten Fahnen wählen singen und das merke ich dass.

00:46:00: das macht mir Spaß.

00:46:01: und dann habe ich meine griffe erweitert meine meine Kette und irgendwann hab Wir haben meine erste Gitarre gekauft von einem Freund, der sie von seiner Mutter zu Weihnachten gekriegt hat und er konnte damit nichts anfangen.

00:46:13: Und da hat sie mir versört sich Mark verkauft.

00:46:15: Ich habe die Gitarren immer noch.

00:46:16: Es ist eine Ottvien Sonneau es ist eine Stahlseitengitarre auf der ich lange gespielt habe und gemerkt hab das ist schön wenn man sich selbst begleiten kann.

00:46:27: bis auf den heutigen Tag finde ich nicht was ich lieber täte als zu singen.

00:46:34: Ich glaube, das ist auch das was viele Menschen Zuschauerinnen und Zuschauer einfach immer noch beeindruckt dass da ein Mensch ist.

00:46:42: Das war damals für die Welt so dieses Ding als Tracy Chapman auf der Bühne eine Frau eine Gitarre Punkt dieses Lied.

00:46:51: So wer's gesehen hat, und das machen sich auch.

00:46:53: Ich hab Bilder aus der Berliner Philharmonie gesehen bis an die Decke gefüllt mit Menschen nur Gesichter, Gesichter und da unten steht dieser Mann mit der Gitarre und das sind sie!

00:47:04: Ja es ist schon eine spartanische Begleitung aber dadurch dass ich ganz alleine bin, bin ich auch sehr frei in meinem Tempo, in meinem Timing selbst wenn Früher öfter mal versungen habe, heute passiert mir das nicht mehr weil ich mehr übel.

00:47:18: Aber wenn man sich versungen hatte dann fängst du wieder von vorne an.

00:47:21: aber wenn Du eine Bindhände stehen hast und Du Dich richtig verhauen hast dann wird es wirklich schwierig für mich.

00:47:26: meine Hänger wollen immer schöne kleine Programme.

00:47:47: Das

00:47:54: aktuelle Album heißt Nach Haus.

00:47:57: Es gibt da eine LP mit Sondereditionen, das sind hundert zwölf Seiten über dreihundert Fotos die ihre Frau heller gemacht hat.

00:48:05: Ja

00:48:06: es sind auch andere noch aus dem Familienalbum also schwarz-weiße und aber eigentlich mein ganzes Leben in Bildern.

00:48:13: Eine Stunde neunzehn.

00:48:15: Sie haben ihrer Frau denke ich mal, ihrer Lebensliebe Ein Song gewidmet.

00:48:22: Du hast mich getragen, ja?

00:48:24: Den hören wir jetzt aber nicht!

00:48:25: Wir hören ein anderes Lied...

00:48:27: Der Satz geht auch noch weiter du hast mich ertragen.

00:48:29: das kommt nämlich auch dazu getragen und ertragen.

00:48:33: Zwei Musketiere hören.

00:48:35: da hat sich wieder ein Freund eingeschlichen.

00:48:37: Hannes war der in dem Fall.

00:48:38: Ja

00:48:39: das ist im vergangenen Jahr.

00:48:42: Im Juni, zu Hannes Geburtstag haben wir überlegt was sie im Schenken sollen.

00:48:46: Die Flasche Wein und den Blumstrauß okay?

00:48:48: Aber meine Frau hat gesagt schreibe ihm einfach ein Lied!

00:48:51: Und ich habe gesagt das kann nicht weil ich schrei be immer am erb ersten September... Ich schreiber nicht im Rest des Jahres.

00:48:57: Wie bitte

00:48:58: was?!

00:48:58: Ja ich fange immer am ersten September an zu schreiben.

00:49:01: ja ich muss struktur haben.

00:49:02: ich bin ein K.O Sie sind

00:49:03: gibt es ja wohl nicht Erster September?

00:49:06: Ja, das ist das

00:49:07: Thema.

00:49:08: Die Tage werden kürzer.

00:49:09: ich liebe es in der Dämmerung zu schreiben und Ich mache mir damit auch eine Struktur.

00:49:16: Ich sage allen, ich schreibe ab erst in September.

00:49:18: wenn ihr mich am zweiten September noch auf der Straße seht wisst ihr das ich quänze und dabei will ich mich nicht erwischen lassen.

00:49:24: also fange ich einen bestimmten Datum an zu schreiben und ich habe mich einfach so daran gewöhnt.

00:49:29: es fließt ab ersten september von ganz alleine und dadurch dass sich sage ich schreibe nicht vorher verwässere ich nicht vorher die freizeit und mein leben weil ich Wenn ich anfange zu schreiben, dann grüblich.

00:49:42: Dann bin ich nicht gut zugebrauchen.

00:49:46: Wie lange hält denn diese Phase an?

00:49:48: Halbes Jahr.

00:49:50: Ich schreibe ein halbes Jahr!

00:49:52: Eine halbe Jahr.

00:49:52: sind sie nicht gut zu gebrochen.

00:49:53: Dann verstehe ich, dass ihr dieses Lied mit dem Ertragen an ihre Frau schreibt wirklich eine halbes Jahr.

00:49:58: Also

00:49:58: Sie erträgt mich weil sie das auch kennt.

00:50:00: Vielleicht sollten wir erst mal kurz die Musik hören und dann nähern wir uns diesen Prozess noch ein bisschen.

00:50:04: Ich wollte nur sagen, dass eben ich dieses Liet geschrieben habe, aber bin dann über den eigenen Schatten gesprungen und habe das Lied im Frühjahr geschrieben und den Text handelsgeschickt und er hat sich darüber gefreut.

00:50:16: Und ein halbes Jahr später habe ich Geburtstag.

00:50:19: Und ein Halbisjahr später kam mein Text mit seiner Musik zurück.

00:50:22: Oh, was für eine gute Idee!

00:50:23: Auf diese Art und Weise haben wir zusammen ein Lied gemacht.

00:50:26: Ich den Text erhebe die Musik.

00:50:28: Super!

00:51:00: Lieber Reinhardt habe die Info erhalten, dass unter anderem unser Lied zwei Musketiere gespielt werden soll.

00:51:05: Wenn du im Studio bist muss ich sofern nicht den Sender reinkriege unbedingt hören.

00:51:10: Jitom Bras und sei ganz lieb begrüßt von deinem alten Hannes.

00:51:15: Das ist Hannes!

00:51:18: Aber was für eine schöne Idee das so zusammenzumachen?

00:51:22: Ja

00:51:23: also wir haben viel zusammengesungen in unserer Jugend Und jeder hat schon mal das Lied des anderen gesagt, wir haben in den Ende der sechzehren Jahre zusammen angefangen oder in den Sechs Jahr angefangen und zum Ende der Sechzehrjahre auf Tournee zu gehen.

00:51:37: Und keiner hatte ein ganzes Repertoire um einen Abend zu bestreiten aber Hannes hatte zwölf Lieder.

00:51:42: ich hatte zwelfel Lieder.

00:51:43: Wir haben einfach zusammengeschmissen.

00:51:45: uns sind zusammen aufgetreten.

00:51:47: Sie haben gerade gesagt dass ihre Frau gesagt ihr schreibt ihm doch ein Song Aber das war ja dann offenbar gar kein Song.

00:51:53: Das war ja denn offen bei nur der Text.

00:51:56: Also haben Sie ihm gewissermaßen ein Gedicht

00:51:59: geschickt.

00:51:59: So ist es!

00:52:00: Und er hat dieses Gedicht als Lied gehört, also das war kein Auftrag von Ihnen.

00:52:05: nach dem Motto legt er mal was drunter?

00:52:07: Nein, nein,

00:52:07: nein... Hätten sie denn damit gerechnet dass das weitergeht sozusagen, dass er das weiterspielt?

00:52:12: Ich kenne ihn ja gut und ich konnte mir vorstellen, dass ihm das keine Ruhe lassen würde.

00:52:19: Ich habe auch... Der Witz ist natürlich, wir sind beide fast gleich alt.

00:52:23: Er ist genau ein halbes Jahr älter als ich und so Geburtstagsgeschenke von früher sind immer hin und her gegangen.

00:52:29: Ich hab ihm irgendwann einen Schlasche Cognac aus seinem Geburtsjahrgang geschickt.

00:52:33: dann hat er mir ein halbes Jahr später eine aus meinem geschickt.

00:52:37: Selbe Gebührsjahrgang.

00:52:40: Also solche Pingpong-Belle sind vielfach hin oder hergegangen Und es war nicht auszuschließen aber das war nicht der Zweck.

00:52:49: Haben Sie schon mal was weiter verschenkt?

00:52:51: und jemand hat gesagt, das habe ich dir doch geschenkt?

00:52:53: Ist Ihnen das schon mal passiert?

00:52:55: Bisher noch nicht.

00:52:56: Aber es wäre mir viele Mal passiert, wenn meine Frau nicht gesagt hätte, das kannst du nicht machen!

00:53:01: Das Buch hast Du von dem... Weil Bücher verschenke ich gerne, wenn ich sie gelesen habe.

00:53:08: Es gibt dann Lebensbücher die man immer dabei haben muss oder die irgendwo

00:53:11: in... Zum Beispiel?

00:53:13: ...das Totenschiff von Trafen zum Beispiel oder das verbogene Wort.

00:53:20: Der Klub der Lügner.

00:53:22: Also es gibt Bücher, die stehen und bleiben auch in meinem Schlafzimmer stehen weil das ist ganz wichtig.

00:53:29: Die muss ich immer zur Hand haben.

00:53:30: aber dann gibt es viele Bücher die ich sehr gerne gelesen habe.

00:53:33: Aber ich kann das nicht aufheben Und dann verschenke ich sie und ich finde das eine schöne Art.

00:53:39: Ich kriege auch gerne Bücher geschenkt von den Leuten die Sie schon gelesen haben also gebraucht im Bücher.

00:53:44: und da muss man manchmal aufpassen dass

00:53:47: vor

00:53:47: allen Dingen wenn vorn noch eine Widmung drin steht Liebe es, Bücher mit Wittbunk zu bekommen.

00:53:53: Und wenn das steht, lieber Reiner hat alles Gute zum Geburtstag und das verschenkst du dann weiter unter Umständen an die Person, die ist.

00:54:00: Ja,

00:54:01: das wäre richtig.

00:54:04: Aber da kann der Wittpunkt dann ja auch helfen, weil man weiß okay Franz bekommt dieses Buch nicht so

00:54:08: was.

00:54:08: Ja aber das setzt auch voraus dass man nochmal in das Buch reingeguckt hat oder dass deswegen einen großen Stapelnack, den bring ich heute noch wieder vorbei bei Franz.

00:54:16: Ich habe auf einem Foto ihren Mutmaßlichen Arbeitsplatz gesehen.

00:54:22: Der ist nicht ebenerdig, in einem ersten Stock würde ich jetzt mal sagen an einem Fenster

00:54:28: zweiten

00:54:29: zweiten Stock Fenster Sie gucken in einen Garten oder etwas Garten ähnliches.

00:54:34: da sind es ein paar Bäume.

00:54:36: sie können wahrscheinlich auch im

00:54:38: Straßenbäumen

00:54:39: Kastanien.

00:54:41: Dann isst er ein Rechner klar mit moderner Software So, dann ist ein Keyboard und zwar auch nicht mit einem Unterbau sondern so ein Key-Board dass man einfach auf die Tischplatte legt.

00:54:53: Dann wahrscheinlich sowas wie genau so einen iPad.

00:54:56: Und was ich immer gesehen habe auf jedem der Fotos Auch wenn es immer unterschiedlich bestückt war eine kleine kleines Glas in dem eine Blume oder ein bisschen Laub stand Also irgendetwas aus dem Garten

00:55:13: Das kleinste Zimmer im ganzen Haus.

00:55:14: Es ist eine winzige Kammer, aber ich liebe diesen engen beschränkten Raum weil Darin kann ich nicht hin und her laufen.

00:55:23: das heißt Ich muss am schreibtisch sitzen bleiben.

00:55:25: was anderes kann man in diesem Zimmer nicht machen.

00:55:28: Aber es ist auch nichts da was ein ablenkt.

00:55:30: Da sind Kinderbilder gemalte Kinder Bilder recht.

00:55:33: Ja wir sind zu jedem Album.

00:55:35: Was ich irgendwann gemacht habe, haben mir die Kinder Sachen gemalt und einfach um ihr Mut zu machen.

00:55:41: Sie wissen am ersten September geht es los und meine Frau hat sich schon immer konditioniert.

00:55:46: in vierzehn Tagen geht Papa an sein Schreibtisch mal doch mal was schreibt das?

00:55:50: Und sie haben sich alle nicht gelumpen lassen und haben mir den wunderbarsten Mutmacher geschenkt und die hab ich natürlich eingerabt und sind das Wichtigste und das Einzige aber auch in diesem Zimmer mich ablenken könnte.

00:56:03: Also nehmen Sie das noch wahr als das Leben, dass da draußen passiert mit Vögeln die dahin und herfliegen?

00:56:08: Das geht nicht auf den Garten sondern es geht auf die Straße sind Straßenbäume aber die Straße kann ich nichts sehen.

00:56:15: Ich sehe nur die Bäume und ich sehe den Wechsel der Jahreszeiten und das ist unglaublich vor

00:56:21: allem im September wenn sie anfangen ist noch ein bisschen sauber

00:56:27: wird das immer weniger.

00:56:28: Irgendwann sind die Äste Karl, irgendwann liegt Schnee darauf und dann bin ich schon mit den Texten ziemlich fertig.

00:56:34: aber dann bin noch an der Musik und dann kommen die ersten Knuspen.

00:56:38: und da ich komischerweise weil ich immer im Herbst anfange zu schreiben wird auch immer in Mai veröffentlicht wenn die ersten Blätter wieder an der Kastanie dran sind dann weiß ich jetzt muss auch das Album langsam kommen.

00:56:50: Es ist interessant, dass diese Berufe die sich leihen und leihen immer so als wahnsinnig spontan.

00:56:57: Und dann habe ich bis nachts durch eine Zigarette und ein Espresso und wie das vielleicht irgendwie das Klischee und wie es vielleicht auch viele bei vielen Künstlerinnen und Künstlern ist.

00:57:05: aber zum Beispiel fällt jetzt Martin Souter ein der auch extrem Diszipliniert, wo man auch nicht jetzt sagen kann.

00:57:12: Das ist ein Schriftschiller der erst mal zwölf Stunden am Strand langläuft und dann plötzlich küsst ihn die Muse sondern das ist sehr viel Struktur im System.

00:57:20: Da scheint bei ihnen so zu sein.

00:57:22: Ich habe gelernt weil ich natürlich in meinen ersten Jahren Angst hatte wenn die Schreibzeit kommt dass mir nichts einfällt.

00:57:28: ja und da habe ich wirklich Tage gesessen zwei drei Tage und mir fühl nichts ein.

00:57:35: Dann sagte ich mir aber, es muss dir was einfallen und irgendwann habe ich mich gezwungen.

00:57:38: Ich habe gesagt, ich stehe von diesem Stuhl nicht auf ohne dass ich eine Zeile geschrieben habe und sie da ging.

00:57:45: und mit den Jahren habe ich gelernt das man die Kreativität besiegen kann.

00:57:52: Man kann sie zwingen.

00:57:54: Es ist eine Form von Selbstdisziplin.

00:57:57: Das Gehirn schaltet sich irgendwann auf Arbeit und nimmt es an.

00:58:01: Und heute gehe ich oder seit Jahren gehe Mit großer Selbstsicherheit und mit einem guten Gefühl an die Arbeit.

00:58:11: Ich habe nicht mehr Angst, an eine Schreibtisch zurückzukehren nach drei Jahren, dass sie nicht am schreibtischen Sinn

00:58:16: sind.

00:58:16: Das ist auch ihr Rhythmus ne?

00:58:17: So alle drei Jahre in etwa.

00:58:18: Und

00:58:19: sondern ich scharre eigentlich schon den ganzen Sommer über, aber ich sage fangen nicht an zu schreiben.

00:58:25: Hebt dir das auf für den guten, für den richtigen Moment.

00:58:27: Ist

00:58:27: es auch Awa-Glaube?

00:58:28: Na klar!

00:58:29: Wirklich?

00:58:30: Ja, ich glaube die Hälfte der Kunst des Aberglaubs gehört mit dazu.

00:58:35: Es gibt ganz viele Sachen und über die spreche ich natürlich auch nicht weil der Aberglauben verbietet, über Glücksbringer, solche Dinge zu reden.

00:58:45: aber natürlich habe ich sie.

00:58:47: Und es gibt auch Sachen, die nicht Aberglaus sind, aber die einfach mit dazugehören.

00:58:52: Das sind die Dinge, die auf meinem Schreibtisch sind.

00:58:54: Es ist ein Blümchen, das mal meine Frau hinstellt und...

00:58:57: Wie viele Stunden darf ich fragen?

00:58:59: Wie viele Stunden sitzen Sie denn dann da?

00:59:01: Also sechs bis acht.

00:59:03: Und wann geht's

00:59:04: los morgens?

00:59:06: Neun!

00:59:08: Also sind Sie auch jemand, der für Nachbarn Pakete annimmt?

00:59:10: Weil sie sind ja immer zu Hause.

00:59:11: Ja klar!

00:59:13: Ich bin dann unterm Dach in dem Moment nämlich für den Nachbar nichts an, weil ich da mich runter gehe.

00:59:18: Aber im Rest des Jahres nämlich gerne Pakete.

00:59:20: Aber

00:59:21: ich habe

00:59:22: aber auch Nachbaren die für mich Pakete annehmen also das gleicht sich alles wieder aus.

00:59:25: Nein, ich habe erkannt dass ich am... weil Sie sagten, ich hab die Nacht durchgemacht und ich musste noch was trinken und ich habe gemerkt, dass ich morgens wenn ich aufgewacht bin einfach am besten arbeiten kann.

00:59:37: Am frühen Morgen wirklich in den ersten drei Stunden, da fällt mir alles ein und der Rest ist das auszuarbeiten was mir wirklich mit dem frischen Kopf, mit den klaren Gedanken am Morgen eingefallen

00:59:50: ist.

00:59:50: Weil das früher anders sind Sie jemand gewesen der auch Ders-Richtigheit krachen lassen?

00:59:54: Sie sind doch getingelt durch die Kneipel!

00:59:56: Ja aber das Gtingeln ist natürlich das eine, das Schreiben ist das andere.

01:00:00: Das war eigentlich immer sehr disziplinierend weil es geht leider nicht so wie ich Mir das auch erhofft habe, dass ich mich unter einen Apfelbaum lege und plötzlich kommt die Inspiration.

01:00:10: Ich brauche schon den schreibtisch beschränkten Raum gerne wenn es abends wird im Herbst.

01:00:17: Den Lichtkegel der nur den Schreibtisch in Licht taucht.

01:00:22: Das hilft sehr bei der Konzentration und beim Nachdenken.

01:00:26: Licht ist ein gutes Stichwort denn ich finde jemand So empfindsam ist, der hat auch eine bestimmte Empfindlichkeit Licht gegenüber.

01:00:35: Ich weiß dass sie früher mit bestimmten Utensilien gereist sind wenn Sie auf Tour gegangen sind weil die sich die Sachen auf einer bestimmter Art und Weise vorgestellt haben die Sachen die für Sie wichtig sind.

01:00:45: ich weiß jetzt nun nicht ob ne Glühbirne dabei war aber ich weiß das eine Rohrzange da beide.

01:00:48: Ja

01:00:50: Es ist einfach wenn man viel unterwegs ist und in Hotels unterwegs ist dann ist man mit vielen Unwegbarkeiten konzentriert Und oft mit vielen Dingen die nicht funktionieren.

01:01:00: Ein Schlaf dringend braucht dich.

01:01:03: Meine Turnien sind immer durchgängig gewesen, ich habe keine Off-Days sondern ich bin auf den Schlaf wirklich angewiesen.

01:01:09: und wenn man dann in einem Zimmer ist wo die Heizung gluckert?

01:01:13: Dann muss man die Heitzung entlüften denn sonst schläft man nicht!

01:01:16: Wenn ein Ziegel klappert das hab' ich alles gehabt... ...dann muss man Material haben.

01:01:23: Wie

01:01:23: bitte?

01:01:23: Wir haben Sie einen Klapper an den Ziegel vom Hotel?

01:01:25: An einer Fenstergaube.

01:01:27: das war in Braunschweig.

01:01:28: in welchem Hotel das war.

01:01:32: Und dann muss man da irgendwas zwischenklemmen, damit es nicht klappert und es war in diesem Fall ein nasser Verschlappen der Geholfenheit.

01:01:38: Man muss sich zu helfen wissen.

01:01:40: Und es ist auch zum Beispiel ... Der Schlaf ist wirklich das Wichtigste auf der Tournee neben gut ausgeruht sein Gesundsein.

01:01:49: nur wer wirklich fit ist kann abends auf der Bühne zweieinhalb Stunden durchhalten.

01:01:54: Oha!

01:01:54: Zweieinhalb Stunden geben sie sich?

01:01:56: Ja

01:01:57: Sonst lohnt es sich

01:01:59: nicht da runter.

01:02:00: Gibt das dann, bevor wir in die nächste Musik gehen?

01:02:02: Gibt es einen wiederkehrenden Traum den Sie haben?

01:02:05: Ja!

01:02:07: Ein schrecklicher Traum.

01:02:08: Ich muss auftreten und weiß nicht was ich singen soll.

01:02:11: Und ich weiß dass, was ich machen soll kann ich nicht.

01:02:16: Dabei ist auch immer der Gedanke, ich habe zu wenig geübt.

01:02:19: Ich hätte früher anfangen sollen und jetzt ist es zu spät.

01:02:21: Ich hab noch eine halbe Stunde aber ich will das Lied nicht auswendig lernen können.

01:02:24: Ich glaube, dass ein Angstraum in anderen Berufen auch so

01:02:28: kommt.

01:02:29: Dass man eine Leistung erbringen soll die man immer erbracht hat, die immer geklappt haben.

01:02:33: Aber in einem Traum kommt es so, dass man's nicht kann.

01:02:36: Das sind ganz furchtbar!

01:02:37: Und wenn man ein bisschen weniger auf Tournee geht dann wird das besser, aber der Traum verfolgt mir her.

01:02:44: Konstantin Wecker, haben Sie mitgebracht?

01:02:46: Schlendern.

01:02:47: Warum?

01:02:50: Mousse ist, sagt Socrates der kostbarste Besitz und das stimmt!

01:02:55: Wer die Mousse genießen kann, der kann Kraft daraus schöpfen danach wieder große Dinge zu vollbringen und sich ganz in eine Sache hineinzugehen.

01:03:07: Was

01:03:07: ist denn die Mouse?

01:03:08: Lassen sie uns doch mal klären wie

01:03:10: das Lorionmännchen Einfach nur so da sitzen, ich will einfach nur so dasitzen.

01:03:15: Ich habe einen Schmullwinkel, ich habe ein Sessel am Fenster im Wohnzimmer.

01:03:23: Da ist nichts anderes als der Blick aus dem Wohnzimmel immer ein bisschen grün und da kann ich sitzen und nichts tun.

01:03:30: Und das ist wunderbar!

01:03:32: Das ist ein Geschenk und ich liebe es.

01:03:33: und ich freue mich dass ich Verständnis bei meiner Familie finde wenn ich sage ich gehe jetzt mal in meinen Schmallwinkel Und ihr schmulle nicht, ich bin glücklich.

01:03:58: Einfach widerschlendern über Wolken gehen und im totgesagten Park am Fluss zu

01:04:09: verstehen.".

01:04:12: Sie können uns schreiben hörbaratradioeins.de.

01:04:16: Zu Gast in der Hörbarust ist heute Reinhard May ein Junge, der nicht nur gern allein war.

01:04:24: Ich glaube sie haben sich auch...ich meine es gelesen haben..sie haben sich manchmal totgestellt für das geklingelt.

01:04:32: Warum?

01:04:33: Weil ich Lust hat allein zu sein.

01:04:35: Ich hatte einen Freund, das war Hartmut, den habe ich sehr geliebt.

01:04:38: Das war mein liebster Spielkamerad in der Straße aber manchmal brauchte ich einfach eine Zeit für mich und dann... Habe ich einfach nicht aufgemacht, wenn er geklingelt hat.

01:04:47: Aber er konnte sehr hartnäckig sein bis dann meine Schwester irgendwann rausgegangen hat und sagte Reinhard ist umgekippt und ausgelaufen.

01:04:55: Das war damals so eine Redensart Umgekipped und Ausgelaufen Und wir haben das Wirt dargestellt.

01:05:01: Ich habe mich auf den Boden gelegt und meine Schweste hätte etwas Tinte neben meinen Kopf gegossen.

01:05:06: Reinhart ist umgekippt oder ausgelaufen.

01:05:09: Er hatte es geglaubt Ja, er hatte Vertrauen in mich und wenn er sagt okay es ist so umgekippt und ausgelaufen morgen ist er wieder da.

01:05:18: Und am nächsten Tag haben wir auch wieder zusammengespielt.

01:05:20: aber ich brauchte diese Zeit und das geht mir heute immer noch

01:05:24: so.

01:05:24: Das ist der Schmolwenge von dem Sie gerade gesprochen haben, deswegen komme ich drauf dass ich beobachte oder ich meine zu beobachten dass so viele Leute eher ein bisschen Angst haben vor Stille.

01:05:37: Oder man sagt so, man sucht die Stille aber die meisten Leute haben Angst vor Stillstand.

01:05:43: das wird so negativ konnotiert und ich verstehe das nicht so richtig.

01:05:47: können Sie mir das erklären?

01:05:50: Ja da ist es still stand würde ich sagen oder muße ist die absolute.

01:05:55: das ist gegenteilt zu Stress.

01:05:57: Aber warum kommen die Menschen damit?

01:05:59: Ich habe das Gefühl schlechter und schlechter klaren.

01:06:02: Tja falls sie sich Vielleicht dann einer gewissen Lehre bewusst sind.

01:06:09: Und die kann man nicht ertragen, der Horobakui, die Angst vor dem Lehren?

01:06:14: Ich habe keine Angst vor den Lehren!

01:06:16: Ich kann auch in einem schwarz-dunklen Raum schlafen... ich brauche keinen Lichtschein, kein Nachtlämpchen oder das Glimmen des kleinen Lämpchens am Fernseher.

01:06:28: Das muss alles weg sein und ich kann in einem rabenschwarzen Raub schlaven Alleine sein.

01:06:35: Und ich konnte das auch früher, ich bin auch gern allein verreist.

01:06:39: Ich bin in jungen Jahren mit dem Moped von Berlin In die Welt hinausgefahren Muttersielen alleine und ich fand es toll in einer Jugendherberge Leute zu treffen sich zu unterhalten Zu feiern zu singen zu trinken und dann wieder allein loszufahren und wieder ganz allein zu sein.

01:06:57: also irgendwo Bin nicht auch ein Autist glaube ich so ein bisschen.

01:07:03: aber Komm gut damit klar.

01:07:05: und meine Familie, Gott sei Dank auch.

01:07:07: Es ist interessant dass sie beides sind also das Sie ja auch Anker werfen müssen, dass das wahrscheinlich sehr wichtig war im Leben.

01:07:14: Wahrscheinlich.

01:07:14: es ist auch die Abwechslung von Beidem ein Riesenrummel um sich zu haben.

01:07:19: Konzert mit sieben tausend Leuten Und alle hinter der Bühne ist die Hölle los Zuhause zu sitzen oder an einem anderen stillen Platz irgendwo im Wald spazieren zu gehen, wie Konstantin singt am Ufer des verbrockenen Parks zu stehen ins Faustwasser zu sehen.

01:07:37: Die Abwechslung macht es.

01:07:40: Was glauben Sie warum es ihnen gelungen ist dass sie um diese Eitelkeit, die mit so einem Exponiert sein und mit so dem Erfolg einhergeht.

01:07:49: Dass sie da einen guten gesunden Weg gefunden haben.

01:07:52: Weil es ist ja nicht so dass sie nicht auch bestimmte ich sag jetzt mal Status-Symbole hatten.

01:07:57: Ich glaube Sie haben sich sehr früh in Porsche gekauft also das was man

01:08:01: Wo man

01:08:02: dachte, das kann man sich niemals leisten.

01:08:03: Dann ist es auch noch ein schönes Auto und dann ... Es ist ein Statussymbol.

01:08:06: Sie hatten später einen Flugzeug.

01:08:08: Sie haben es geliebt.

01:08:09: Das war

01:08:11: kein Statusymbol, das

01:08:12: war ein

01:08:13: Werkzeug.

01:08:14: Eine Flugmaschine, die mich in den Gedanken freigemacht hat.

01:08:18: Ein Kindertraum.

01:08:19: Als ich das Glück hatte mir, den erfüllen zu können über die Gage, da habe ich das gemacht.

01:08:25: Und das bräue ich nicht.

01:08:27: Die anderen Autos waren

01:08:30: ... Ich frage gar nicht, dass sie das jetzt ... Sie soll es gar nicht rechtfertigen müssen.

01:08:32: Ich denke nur, dass mir so viele Beispiele einfallen für Menschen, die auch international konstant Erfolg hatten und haben dass wirklich so gut hingekriegt haben.

01:08:46: Sie sitzen jetzt hier vor mir, sehr entspannt auf Augenhöhe, relaxede Klamotten

01:08:52: usw.,

01:08:52: also dieses ganze Status gebrimselt und diese ganze heiße Luft um.

01:08:57: ihre Person ist nicht da.

01:08:58: Ich

01:08:58: habe eine Frau die mir die Punkte auf die E-Sitzt für den Fall, das ich irgendwann mal die Bodenhaftung verlieren sollte und die sehr streng und sehr rigoros ist Gnadenlos überzeugen kann, dass ich auf die Knie fallen möchte und sage du hast recht.

01:09:15: Danke das Du mich vor dieser oder jener Torheit bewahrt hast!

01:09:19: Und ich habe eine Familie wie mal Schwiegerkinder über Freunde, die alle ganz normale Menschen sind.

01:09:30: Das färbt ab.

01:09:32: Die sind normal, also bin ich auch nochmal.

01:09:35: Ich würde mich schämen wenn ich jetzt im Familienkreis ausrasten würde und Anbetung verlange oder mich über meinen Nachbarn erhebe oder über einen Menschen der mir ein Dienst erweist.

01:09:51: Ich komme noch auf die Eltern zurück.

01:09:52: Meine Eltern waren sehr bescheiden.

01:09:56: Sie haben sich nichts gegönnt.

01:10:00: Also sie waren nicht spartanisch, aber sehr bescheiden und wenn irgendwie Geld übrig war dann haben sie es in ihre Kinder gesteckt an meine Schwester unter mich.

01:10:08: Meine Eltern haben uns mir das Moped geschenkt als ich sechzehn Jahre alt war.

01:10:13: Sie haben meiner Schwester und mir als ich meinen Führerschein hatte und sie ihren Führer hatten sie uns eine BMW Zetter geschenk die wir uns geteilt haben was natürlich so unglaublichen Streitereien geführt habe die mein Eltern sich nicht hätten vorstellen können.

01:10:27: Sie waren wunderbare, kultivierte, einfache Leute.

01:10:32: Und so ein Erbischof schüttelt man einfach nicht ab!

01:10:36: Mir fällt gerade noch die Geschichte ein... Das habe ich wirklich noch nie gehört.

01:10:41: Sie hatten sehr schlechtes Zeugnis und das musste ja beglaubigt werden.

01:10:45: Da haben sie die Unterschrift ihrer Eltern gefälscht.

01:10:48: Der Rektor glaubte ihn nicht und bestellte ihre Eltern ein.

01:10:51: Was passierte dann?

01:10:53: Seine Eltern haben für mich Partei ergriffen.

01:10:57: Es war nicht, also im Lied ist es ein Zeug.

01:11:00: In Wirklichkeit war es eine Klassenarbeit die ich unter dem Klavier versteckt hatte erst und mich nicht getraut habe sie zeigen und dann unterschrieben habe.

01:11:09: meine Eltern haben das natürlich mitgekriegt und Sie haben mir sehr ins Gewissen geredet.

01:11:15: Meine Eltern haben mich nie bestraft sondern sie haben mich überzeugt.

01:11:20: sie haben mir ins Gewissengerät bis ich eingesehen habe sie haben recht.

01:11:27: So sollte ich mich in Zukunft verhalten, dem Kantchen imperativ entsprechen.

01:11:33: Ihr Vater hat ... Wenn ich den Worten Glauben schenken darf auf die Unterschrift geguckt und den Anwesen hat es gesagt, was ich hier sehe ist meine Unterschriften.

01:11:41: Sie haben sich

01:11:42: irgendwie die Sache gerade gebogen für mich.

01:11:47: Aber das ging noch weiter als ich später irgendwann mal sitzen geblieben bin.

01:11:52: Das war für mich ein Disaster.

01:11:53: Ich bin sitzengeblieben wegen Mathematik, Physik.

01:11:59: Deutsch?

01:12:00: Ach!

01:12:01: Also überall wo man fünf haben konnte hatte ich eine Fünf.

01:12:04: Das hat sie sich lange über blaue Briefe in meiner Karriere angesammelt und irgendwann haben die Lehrer gesagt so jetzt reicht es jetzt lassen wir ihn sitzen bleiben.

01:12:12: Ich war völlig fertig und war am Boden zerstört Und meine Eltern haben gesagt gut das lässt ja einer Lehre sein und Jetzt kommen die Sommerfähen.

01:12:22: Es war ein Zeug, dass du gabst von den Sommerfädchen.

01:12:25: Du möchtest mit deinem Freund verreisen?

01:12:27: Ja, habe ich gesagt.

01:12:28: Ich möchte mit Christian verreißen der auch Sitzen geblieben war und der auch Großadiereltern hatte sehr wohlhabende Und er kriegte von seinen Eltern die Möglichkeit nach Spanien zu fahren und hat gesagt Reinhardt möchtet nicht mitkommen.

01:12:42: und meine Eltern haben ja gesagt und Christian hat mich eingeladen.

01:12:46: sein Vater hat mich angeraten und so durfte ich.

01:12:48: nachdem ich sitzengeblieben bin kam ich nicht in den Kerker und in das dunkle Keller verließ sich, wurde nicht an der Heizung angekettet.

01:12:56: Sondern ich durfte mit meinem besten Freund mit der Gitarre und dem Europabus nach Spanien fahren.

01:13:03: Es war wunderbar!

01:13:04: Und es hat Früchte getragen weil wir sind nach Hause gekommen in eine Klasse tiefer Aber in der kannten wir uns plötzlich aus, auch ein bisschen vom Lernenmatte und vom Lernstoff.

01:13:13: Und auf einmal war es gut – dann hat's geklappt!

01:13:17: Wunderbarer, genialer Schachtzug meiner Eltern eine Missetat, wenn man das so nennen kann, durch Güte im Fortschritt zu

01:13:27: verwandeln.".

01:13:28: Sie haben Ihren Eltern einen Brief geschrieben als Dank.

01:13:32: Das war Anfang der Achtzehn auf jeden Fall?

01:13:35: für eine schöne Kindheit.

01:13:37: Was würden Sie sagen, wann hörte Ihre Kindheit auf?

01:13:40: Wie alt waren sie da?

01:13:42: Die hört auch heute nicht auf!

01:13:46: Ich bin einfach nur ein altes Kind aber ich bin immer noch ein Kind und ich möchte nicht... ich habe noch meine Viking-Modelle.

01:13:53: das sind diese kleinen wunderschönen Modelle.

01:13:56: Ich habe welche aus meiner Kindheit, ich will nicht sagen dass ich täglich damit spiele.

01:14:03: Einmal am Tag sehe ich meine wirklichen Modelle an einer Wand und ich kann den Blick nicht davon nehmen.

01:14:08: Ich habe viele meiner Spielzeuge, und ich habe sicher auch in vielen Dingen ein kindliches Verhalten selbst wenn ich von den Jahren her erwachsen geworden bin vielleicht auch wirklich ein bisschen aber ich bin ein altes Kind.

01:14:27: Wir haben hier noch einen kleinen Groß.

01:14:32: Die Kürze dieses Großes ist wahrscheinlich auch dem Überrumpelt worden sein geschuldet.

01:14:38: Tonab, bitte sehr?

01:14:41: Hallo lieber Reinhard!

01:14:43: Mal wieder viel zu lange nicht gesehen.

01:14:46: Letztes mal war glaube ich in Frankfurt im Hotel.

01:14:48: War es nicht so?

01:14:49: Genau.

01:14:50: Du hast den der alten Oper gespielt und wir einen neuen Theater.

01:14:54: Oder ich erinnere mich... Auf der Raster, auf der Autobahn.

01:14:59: Wo sonst?

01:15:00: Wir spielen heute und ich wünsch dir eine wunderschöne Sendung!

01:15:07: Die sind ja oft wirklich schön diese Sendungen.

01:15:10: Und sei umarmt deine Ula und natürlich auch Kurs an dich Bettina.

01:15:15: Ja vielen Dank

01:15:17: Wunderbar.

01:15:17: und genau diese Geschichte habe ich vor Augen von dem Hotel wo wir uns morgens begegnet sind.

01:15:23: Ich verfolge, ich habe jetzt die Geschichte mit ihrer Wohnung und hab das alles mit gekriegt.

01:15:27: Man

01:15:28: muss sagen genau dass sie... Ein

01:15:30: unheimliches Pech mit einem Vermieter hat.

01:15:32: Das ist eine Groteske.

01:15:34: Das

01:15:34: ging durch die Boulevardpresse?

01:15:36: Ja schon

01:15:36: seit Jahrhundert!

01:15:38: Ich finde es toll, dass Sie sie... Da fällt mir was ein.

01:15:41: wir sprachen doch über die Cover Und es gibt einen wirklich gelungenes Cover von meinem Leader Murders immer der Gärtner und das hat Ulla Meinike gemacht.

01:15:50: Ich muss es leider sagen, ist ihr Cover besser als mein Original.

01:15:54: Dann sollten wir das vielleicht spielen?

01:15:55: Ja, wenn... Denn was haben Sie besprochen...?

01:15:57: Ach nein!

01:15:58: Das kennen wir ja...

01:15:59: Ein Schritt vor

01:16:16: uns Baustover, dann spielen wir lieber das.

01:16:44: Ich habe gerade die ganze Zeit überlegt, woher kenne ich diesen Song?

01:16:47: Und es hat natürlich ganz lange gedauert bis sich darauf gekommen bin.

01:16:50: Weil die Achse zwischen Ulla Meinke und Bruce Springsteen da liegen wirklich a million miles dazwischen!

01:16:58: Und weil sie dieses Lied so schön zu ihrer eigenen Version gemacht

01:17:01: haben... Ja, das ist ihr eigenes Lied geworden.

01:17:03: Ganz

01:17:03: toll.

01:17:03: Die Meisterin des Covers wenn nicht das.

01:17:06: Ja, auf dem Markt.

01:17:07: Klar, Mainz gecovert, Bruce Springstein gecovert oder ist genial.

01:17:12: Ich habe jetzt hier gerade noch mal auf meine Unterlagen geguckt, weil es gibt natürlich noch zwei tausend Sachen die ich gerne mit ihnen besprechen möchte.

01:17:19: Aber worüber wir nicht geredet haben und was auch etwas ganz Besonderes ist das wird diese Ehre wird auch nur ganz wenigen Menschen zuteil.

01:17:28: Nicht nur dass ihre Leder bzw Texte in französischen Schulbüchern auftauchten oder auftauchen was ja ganz besonders ist sondern Es gibt auch ein Reinhard May-Rechlam-Heft.

01:17:43: Und das nippt den ganzen diesen Schrecken, wir alle kennen das jedenfalls meine Generation,

01:17:48: diese

01:17:48: kleinen freudlosen eng bedruckten gelben Heftchen wo einem das Lesen sogar keinen Spaß machte!

01:17:55: Und haben Sie eines Ihrer Reklam-Bücher?

01:17:58: sehen die auch so aus?

01:17:58: Natürlich, und es ist original das Reklamheft.

01:18:01: Das war auch das was mich... ...die verführerische Idee des Einverständens zu geben, dass aus den vielen Liedern nur ich weiß nicht... ...fünfundzwanzig oder dreißig ausgesucht werden und gedruckt werden.

01:18:12: Dann kam dieses Heft – und das ist noch eröffent vollständig durch einen Nachwort von Oliver Cobolt,... ...denn' ich nicht persönlich kenne, den ich nie getroffen habe aber der offensichtlich in meine Seele schauen konnte und da ein tolles Nachwort dazu geschrieben hat.

01:18:26: Und ich habe natürlich aus der Jugendzeit oder aus der Schulzeit noch Reklamefte, meine Frau hat Reklammhefte mit in die Ehe gebracht und ich habe in dem Bücherregal oben wirklich, sagen wir mal, vierzig Zentimeter Rekler.

01:18:39: Warum

01:18:39: haben Sie das aufbewahrt?

01:18:41: Es gibt Sachen, die kann man nicht wegmachen... Ach, das stimmt nicht!

01:18:44: Doch doch.

01:18:46: Die gucken nur sie, da gucken

01:18:47: sie nie wieder rein.

01:18:47: Das weiß ich aber ... Wenn ich wollte, könnte ich.

01:18:52: Es fällt mir sowieso sehr schwer Sachen wegzuwerfen.

01:18:55: Es sammelt sich auch wirklich... Was

01:18:58: ist in Ihrem Keller?

01:19:00: Das sind diese Themen ansprechen!

01:19:02: Der Keller ist wirklich ... das ist mein Problemfeld weil Ich liebe ihn, weil da habe ich eine Werkbank und ich arbeite sehr gerne mit den Händen Und ich bin auch sehr geschickt was das reparieren von Haushaltsgeräten oder dergleichen oder

01:19:16: klappende Dachsegel Beispiel zum

01:19:17: Beispiel.

01:19:18: also gut handwerklich unterwegs.

01:19:20: Ich habe da also mein Werkzeug, aber da sind auch viele Sachen... Da bin ich laubend pieper!

01:19:24: Ist irgendwo eine Schraube übrig geblieben?

01:19:26: Ich weiß nicht wofür, aber die kann ich nicht wegwerfen weil eines Tages könnte ich sie brauchen und es gibt unglaubliche Dinge, die ich an Werkzeug in meinem Geller habe.

01:19:35: Aber zu meiner Werkbank und das wollte ich sagen, da kommt ja nun Alles was die Kinder hinterlassen haben.

01:19:42: Die Kinder sind irgendwann von zu Hause ausgezogen, haben sich ihre eigene Wohnung ihr eigenes Leben gesucht.

01:19:47: aber den ganzen Krempel, den sie in ihren Kinderzimmern hatten, denen haben sie bei den Eltern gelassen und die sind recht ordentlich aber im großen Kisten.

01:19:58: Da gehen Sie natürlich nicht ran.

01:19:59: Aber

01:20:01: es gibt so... Und jedes Mal nehme ich mir vor wie mit dem Schreiben am ersten September wenn ich mit diesem Album fertig bin dann gehe ich in den Keller und räume meinen Keller auf.

01:20:13: Seit neunzenhundert, sechsundachzig sage ich das wahrscheinlich!

01:20:17: Und ich habe leider mein Versprechen noch nicht

01:20:19: wahrgemacht.".

01:20:22: Ja da Sie ja eigentlich nur jedes dritte Jahr ein Album veröffentlichen könnten sie es ja zwei tausend fünfundzwanzig vielleicht mal ins Auge fassen?

01:20:29: Ich weiß es nicht.

01:20:30: Was machen Sie denn im September diesen Jahres?

01:20:31: Also Sie sind

01:20:32: frei?!

01:20:33: Muße ist das kostbarste Gut, dass wir haben

01:20:35: können.

01:20:36: Da sind wir wieder bei der Muße.

01:20:37: Alles klar!

01:20:38: Gut in Ordnung... Also in diesem September darf man sie ansprechen und man ihnen begegnet in Fronau.

01:20:42: Hallo Herr May Ich habe ein Paket für Sie angenommen denn ich hab ihn nicht oben am Schreibtisch gesessen.

01:20:47: Jederzeit gern bereit Und ich freue mich.

01:20:49: gerade in Fronnau Habe ich neulich eine Schulkameraden getroffen die ich bestimmt auch sechzig Jahre nicht gesehen

01:20:55: habe.

01:20:55: Sie sind mit Gesine Schwanz zur Schule gegangen?

01:20:57: Ja Und die hat sie abschreiben lassen, habe ich gehört.

01:20:59: Ja, sie war sehr großzügig und hat das abschreiben erlaubt.

01:21:02: Es gab auch andere sehr gute Schülerinnen und Schüler

01:21:05: die

01:21:05: den Ellbogen darüber gehalten haben dass man gar nicht in ihr heft gucken kann.

01:21:09: nein gesehen über anders Und sie war wirklich gut.

01:21:11: und was ich an ihr so beneidenswert fand dass sie gut war ohne zu streben.

01:21:16: Ich glaube die braucht auch nichts zu lernen der ist es einfach zugeflogen.

01:21:20: Die war einfach brillant, die hat nur eins geschrieben und ohne dafür jedenfalls sichtbar geübt zu haben und ohne auch damit anzugeben Tolle Schülerinnen.

01:21:29: Wir haben jetzt noch einen Wegbegleiter von Ihnen als letzte Person auf Ihrer Musikliste, wir hören Heinz Rudolf Kunze mit Acrobat Warum?

01:21:41: Da kommt diese Zeilerin vor die Stunde vor acht so lang wie die Nacht und auf zu den uralten Taten.

01:21:48: Und das ist ein Satz, den ich viele, viele hundert Male gesagt habe in der Stunde vor Acht In der Stunde bevor es auf die Bühne geht Das ist alle Höllenpeilen und alle Qualen sind in dieser Stunde versammelt.

01:22:03: Immer noch?

01:22:03: Furchtbar!

01:22:05: Aber es gehört mit dazu, ich weiß das ist dazugehört weil es den Körper konditioniert.

01:22:09: Es bringt den Blutdruck auf die erforderlichen Werte, es bringt als Adrenalin, es hilft zur Konzentration aber es ist furchtbare, es ist ein Leiden und das hat der Heinz-Guldhoff-Kunze so wunderbar geschrieben auch... Dein Kopf ist ein wirres Zimmer.

01:22:29: Also das Lied ist eigentlich meine ganze Musikerbiografie und deswegen muss ich an jeder Stelle zitieren, dass kommt auch drin vor.

01:22:41: dein Griff zu den Sternen ist ein Griff nach Trapezien und Stricken.

01:22:46: alle glauben es gibt eine große Zaubermacht aber in Wirklichkeit das was nicht hält sind Trapeze und Stricke ganz profane Dinge.

01:22:55: Das ist die ganze Wahrheit.

01:22:56: Und Heinz Rudolf Kunze, das ist ein wunderbarer Wortakrobat.

01:23:02: Ein unglaublicher Performer!

01:23:04: Ich habe ihn in der neulich Haxel-Neue Welt gesehen.

01:23:08: Es ist unglaublich wie er mit Riesenenergie den Saal zum Brodeln bringt und dabei unglaubliche kluge Dinge von sich gibt.

01:23:17: Das sind ja Juwel, jeder einzelne Text von ihm ist ein Juwel.

01:23:23: Der Akrobat ist ein ganz besonderes.

01:23:25: Vielen Dank, dass Sie heute hier zu Gast waren in der Hörbarusz, Herr May.

01:23:30: Es

01:23:30: war wie zwei Stunden Therapie.

01:23:34: Und morgen räumen wir in Keller auf.

01:23:44: Das war unser Hörberust-Sommerspecial mit dem Sänger Reinhard May.

01:23:49: Abonnieren sie die Hörba und verpassen sie keine Folge mehr!

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