Sigrid Klausmann
Shownotes
Leonie und Benedikt sind 64 Jahre verheiratet. Vierundsechzig Jahre. Kurz vor der diamantenen Hochzeit stirbt Benedikt plötzlich und Leonie - tanzt mit ihm als Luftfigur durch die Küche, spielt Backgammon mit einer ihr gegenüber aufgestellten Benedikt-Fotografie und spricht mit ihm, als sei er noch immer da. Gut möglich, dass das auf eine Weise sogar stimmte. Diese behutsam gedrehten Szenen entstammen einem Dokumentarfilm, den Sigrid Klausmann über ihre Mutter drehte. Klausmann kommt 1955 im Schwarzwald zur Welt, 6 Geschwister, mit 19 arbeitet sie als Lehrerin. Sie lernt ihren Mann, den Schauspieler Walter Sittler kennen. Schnell werden sie Eltern dreier Kinder, Klausmann unterrichtet jetzt Modern Dance und arbeitet als gefeierte Choreografin. Seit 2007 dreht sie Dokumentarfilme über und mit Kindern und Jugendlichen, Filme, die ausgesprochen fein und gleichzeitig intensiv sind. Sich nicht angesprochen zu fühlen, ist quasi ausgeschlossen. Das gilt vielleicht sogar besonders für ihren - wie sie sagt - mit 71 Jahren letzten Film, „Girls don’t cry“, den niemand nicht sehen sollte. Schön, dass Sigrid Klausmann Zeit finden konnte, um uns hier in Berlin im Studio zu besuchen.
Playlist 03.05.26 Paul Simon - Graceland Melanie - Alexander Beetle Bluesquemperfect - I don't wanna talk about it Janis Joplin - Cry Baby Lea & the Loved Ones - Here we are Van Morrison - These are the days My Dear Companion - About to depart
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00:00:03:
00:00:05: Ich glaube auch, dass nun nach einer dieser Mitu-Bewegung die wir hier erlebt haben.
00:00:09: Dass es zu allen Bewegungen eine Gegenbewegung gibt und das ist natürlich in Zeiten von Social Media – das mache ich mir auch meine Gedanken drüber – viele jungen Menschen Einflüssen ausgesetzt sind, die wir auf diese Weise nicht hatten.
00:00:24: Und da müssen wir aufpassen!
00:00:25: Deswegen müssen unsere Kinder, wir können sagen Handy weg aber ich würde schon sagen bis zu einem bestimmten Alter braucht kein Kind ein Handy.
00:00:32: Dafür sind wir Eltern der Erziehungsberechtigung auch dazu da, uns damit den Kindern auseinanderzusetzen zu streiten und zu reiben.
00:00:54: Kitschig.
00:00:55: Und mein Gast heute hat sich überlegt, Tom Waits mitzubringen und so weiter.
00:00:59: Ich bin gespannt ob das zusammenpasst, ob ich jetzt eine Rülge kriege für Doris Day aber erst mal stelle ich Ihnen meinen heutigen Gast vor.
00:01:25: durch die Küche, spielt Beckgammon mit einer ihr Gegenüber aufgestellten Benedikt-Fotografie und spricht mit ihm als sei er noch immer da.
00:01:33: Gut möglich dass das auf eine Weise sogar stimmte!
00:01:37: Diese behutsamen gedrehten Szene entstanden einem Dokumentarfilm den Siegrit Klausmann über ihre Mutter drehte.
00:01:43: Klaus Mann kommt in der Welt im Schwarzwald.
00:01:48: Sechs Geschwister mit neunzehn arbeitet sie als Lehrerin.
00:01:52: Sie lernt ihren Mann den Schauspieler Walter Sittler kennen.
00:01:56: Schnell werden sie Eltern, dreier Kinder.
00:01:58: Klausmann unterrichtet jetzt Modern Dance und arbeitet als gefeierte Choreografin.
00:02:04: Seit Jahrzehnten dreht sie Dokumentarfilme über – mit Kindern und Jugendlichen – Filme die ausgesprochen fein und gleichzeitig intensiv sind.
00:02:14: Sich nicht angesprochen zu fühlen ist quasi ausgeschlossen!
00:02:18: Das geht vielleicht sogar besonders für ihren, wie sie sagt mit einundsiebzig Jahren letzten
00:02:23: Film
00:02:24: Girls Don't Cry.
00:02:26: Den niemand nicht sehen sollte!
00:02:28: Schön dass Sigrid Klausmann Zeit finden konnte um uns hier in Berlin im Studio zu besuchen.
00:02:37: Herzlich willkommen und auf ne Mikrofon Frau Klausman.
00:02:40: Vielen Dank, dass ich hier sein darf.
00:02:42: Freu mich sehr!
00:02:42: Wie es so ist mit der doppelten Verneinung ist ja immer ein Risiko genauso wie mit Ironie also den niemand nicht sehen sollte.
00:02:49: auf jeden Fall und da bin ich jetzt parteiisch und möchte sagen diesen Film Girls Don't Cry lege ich wirklich allen Zuhörenden ans Herz und den Eltern und den Kindern.
00:03:02: das ist ein unglaublich schöner berührender Film über sechs verschiedene Mädchen in sechs verschiedenen Ländern.
00:03:10: Wir werden über diesen Film ein bisschen sprechen.
00:03:14: Stichwort Sentimental Journey, das ist ja ein bisschen das Konzept dieser Sendung hier auch.
00:03:19: Würden Sie sich selbst als sentimentar bezeichnen?
00:03:22: Sentimentale ist ein Wort da würde ich vielleicht ein bisschen drüber stolpern aber emotional empathisch und wenn man empathisch ist glaube ich lässt man Dinge auch an sich heran und reagiert darauf eben entsprechend.
00:03:39: Und ich glaube, dass diese Empathie ist mir vielleicht auch in die Wiege gelegt worden und sentimental eher vielleicht das man über Dinge, die vorbei sind, die waren so wie sie jetzt gerade das anmoderiert haben mit den Eltern kann man sentimentar werden.
00:03:56: Es ist eher eine Sehnsucht nach etwas fast nicht mehr.
00:04:00: da ist aber auch wie schön es da war
00:04:03: Noch eine Sehnsucht, also sprich dann aber doch noch einen Festhalten daran.
00:04:07: Weil man könnte auch sagen das war und es war schön, aber es ist vorbei.
00:04:13: Eine Sehmsucht hat ja immer noch so ein ... Man will wieder hin oder man wünscht sich das zurück?
00:04:19: Ich würde eher sagen dass es eigentlich weil die Eltern so waren wie sie waren mit uns und auch miteinander, dass es ein täglicher mal mehr Mal weniger Umgang ist mit dieser Lücke Die ja bleibt,
00:04:32: auch wenn man sehr erwachsen ist schon.
00:04:34: Wenn
00:04:34: man sehr erwachsen ist die Lücke bleibt von jedem Freund jeder Freundin, die uns verlässt weil sie krank waren, weil sie alt und krank war.
00:04:44: Und bei den Eltern ist es vielleicht nochmal was Besonderes.
00:04:46: mir graut davor wir sind ja sieben Geschwister und wir leben alle noch Wir sind zwischen seventy- drei Jahre alt.
00:04:59: geschieht ist, dass einer von uns geht und da graut mir vor.
00:05:04: Das glaube
00:05:04: ich.
00:05:06: Es ist ja nicht selbstverständlich das bei so vielen Geschwistern... Ich weiß es jetzt gar nicht!
00:05:11: Ist es auch nur sonst blaue hinein interpretiert.
00:05:15: eine Einigkeit?
00:05:16: Eine Harmonie?
00:05:17: würden sie soweit gehen?
00:05:19: Was uns absolut verbindet und Sie haben geschwitzt, wir sind in den wenigen als zehn Jahren geboren Also wirklich auch zusammen groß geworden und natürlich gab es auch da Konstellation.
00:05:29: Es ist immer die drei Große, ich komme aus dem Schwarzwald und wir sprachen und sprechen immer noch einen Dialekt wenn wir zusammen sind und die vier Kleine Und mein nächst zwingender Bruder, wir sind so in der Mitte Ja, und dann kommen die Jüngeren und die Älteren.
00:05:43: Da gab es schon so eine Art Hierarchie der große Bruder ist und bleibt der große Prüder oder die ältere Schwester auch wenn sie nur ein Jahr älter ist.
00:05:51: Man sieht sich immer in Verbindung mit denen in der Art wo bin ich gerade im Leben?
00:05:57: Wo sind denn die anderen gerade im leben?
00:05:59: Und da finden Dinge statt die auch mal nicht so schön sind.
00:06:02: aber was uns absolut verbindet ist wirklich ein Humor den insbesondere die Familie meines Vaters.
00:06:08: Das können sich gar nicht vorstellen, es ist eine Riesenfamilie...
00:06:10: Der hatte selbst glaube ich acht Geschwister oder sieben Geschwisters?
00:06:13: Nein, das waren also man munkelt ob es dreizehn oder vierzehn waren aber erwachsen geworden sind tatsächlich nur neun und zwei sind im Erwachsenenalter gestorben, zwei Schwestern, die waren so um die dreißig Und die anderen sind alle dann alt geworden.
00:06:28: Also die haben wir wirklich noch erlebt und wenn die sich getroffen haben Da blieb kein Auge trocken.
00:06:35: Das war so lustig, also mein Vater war auch ein ausgesprochen humorvoller Mensch und meine Mutter war eher so die melancholische.
00:06:43: aber auch sie kommt aus einer Familie mit vier Kindern wo viel gelacht wurde.
00:06:47: Also wenn ich an meiner Unklung Tanten denke eine einzige gibt es noch Die jüngste Schwester meines Vaters.
00:06:53: da war ganz viel lachen Ganz viel Lachen ganz viel Lebensfreude auch so unterschiedlich die natürlich waren und das hat uns schon sehr geprägt.
00:07:01: Wenn wir uns heute treffen, also unsere Kinder, die sagen dann ihr habt zu untereinander man hat dann eine Sprache die kann man nur haben wenn man zusammen aufgewachsen ist.
00:07:11: Das hatte mit keiner Freundin, mit keinem Freund da is.
00:07:13: was da an Redewendungen, an die Art wie man lacht, an der Art wo Wasser einen Spaß macht worüber man lachts ist einfach da und es ist schon... Und die Musik!
00:07:22: Also wenn wir feiern Wenn wir Klaus Männer feiern, da ist immer Musik und zwar live.
00:07:29: Und es wird getanzt und es wird gesungen.
00:07:32: Und wenn mein Vater noch leben würde, würde er jedes Mal so einen Tag so wunderschön wie heute anstimmen und alle würden mitsingen her.
00:07:39: So ist das ja!
00:07:40: Haben Sie denn allen Musikinstrument lernen müssen?
00:07:44: Lernen dürfen?
00:07:46: Schauen sie ich komme aus einer wirklich armen Familie also materiell arm.
00:07:51: Da gab es... Kein Geld vom Musikunterricht.
00:07:54: Ich kann mich erinnern, dass Roland mein Musikerbruder tatsächlich dann auch Musiker wurde von Beruf.
00:07:59: Er bekam mal eine Queerflöte geschenkt.
00:08:03: Da hat er einige Unterrichtsstunden und dann hat er gar nicht erzählt, dass er da gar nicht mehr hingeht weil ihm das Instrument eigentlich gar nicht interessiert hat sondern er hat sich später selber Gitarre beigebracht und wurde dann eben ... Er hatte den Spitznamen der Eric Clapton aus dem Schwarzwald Und ich selber habe tatsächlich meine Gitarren bekommen aber auch kein Lehrer und ich war nicht die... Ich bin zwar echt ne Autodidaktin, ich bin ja sowohl im Tanz als auch im
00:08:28: Film
00:08:30: Habe ich irgendwie Learning by Doing gemacht.
00:08:33: Und die Gitarre, das hat mich interessiert aber ich habe es nie wirklich gelernt.
00:08:36: später.
00:08:37: Da hatte ich schon drei Kinder da hat mir Walter eine Gitarren geschenkt und dann hab' ich acht Jahre Unterricht genommen in klassischer Gitarret.
00:08:45: Das ist ne ganze Weile!
00:08:46: Das hat ihnen offenbar Spaß gemacht.
00:08:48: Das hat mir Spaß gemacht auch da ich bin schon so... Ich habe sowas wie ein Ehrgeiz.
00:08:53: Ich habe gemerkt wie schnell ich lerne Und ich wollte aber eigentlich Gitarre spielen.
00:08:58: Als Ausgleich zu meinem Leben als dreifache Mutter und Beruf, wollte ich eigentlich so singen und mich begleiten.
00:09:05: Aber ich hatte einen ungarischen Gitarrenkünstler als Lehrer und der hat natürlich die schwersten Stücke beigebracht.
00:09:12: und dann habe ich nach acht Jahren gemerkt dass ich da noch eine zusätzliche Geschichte hab jeden Tag nämlich zu üben.
00:09:19: und nach acht jahren habe ich das beendet.
00:09:21: Ich könnte heute keinester stückel mehr spielen.
00:09:24: Das machen andere für uns.
00:09:25: Auf jeden Fall während dieses Gesprächs, während dieser Sendung und ich freue mich sehr dass er mal wieder hier ist Paul Simon mit Graceland.
00:09:34: Warum haben Sie dieses Lied ausgesucht?
00:09:36: Wofür steht es?
00:09:39: Graceland steht für mich auch für eine Musik, die so tanzbar ist.
00:09:42: Also kaum erklingt es, steh ich auf und fang an zu tanzen!
00:09:47: Und diese Verbindung war immer schon in meinem Körper.
00:09:50: Die Lust an der Bewegung, mich auf Musik zu bewegen, zu tanze.
00:09:54: Das ist für mich einfach etwas vom Schönsten was es überhaupt gibt.
00:09:57: Ich bin ein großer Fan von Paul Simons.
00:09:59: Für mich einer der besten Singer-Songwriter.
00:10:01: Er ist ein großartiger Künstler an der Gitarre und ich finde seine Texte waren nie beliebig Ja, überhaupt nicht.
00:10:08: Also Simon & Garfranco war natürlich ein feste Größen bei Union zum Aufwachsen auch mit den Geschwistern und Crescent ist ein... Ich hätte ja auch einen anderen Song auswählen können aber den
00:10:19: mag
00:10:20: ich sehr gerne.
00:10:44: Wissen Sie was ein sehr schönes Wort ist?
00:10:46: Selbst Vergessenheit!
00:10:47: Und das habe ich gerade bei Ihnen beobachtet.
00:10:50: wenn die Musik einsetzt sind sie weg also sind sie da.
00:10:53: Aber
00:10:54: diese instrumentale Einstieg in den Song ist einfach Großartig.
00:11:00: Können Sie sich erinnern, dass sie als Kind auch schon sich so gerne bewegt und getanzt haben?
00:11:05: Als Kind habe ich mich auf jeden Fall schon gerne bewebt.
00:11:10: also ich glaube ich war schon irgendwie die temperamentvolle komische Weise kann ich mich nicht daran erinnernd das ich mich so gefühlt habe anders als andere aber ich war irgendwie bekannt oder Das darf sie jetzt nicht erschrecken, weil...
00:11:24: Mich erschreckt gar nichts.
00:11:25: Weil meine Mutter hat ... Wenn dann Leute kamen und sie uns vorgestellt hat so, ich mein das ging mir alles sehr salopp.
00:11:30: Dann sagst ihr manchmal, dass ist schon so ross Und mit schwarz.
00:11:33: was sagt man zu Pferd?
00:11:34: ross und es ist aber nicht irgendwie negativ oder abwertend.
00:11:38: Aber ich war mit dem Pferde... Weil die sind besprungen?
00:11:39: Weil die da auch umgesprungen
00:11:40: sind?
00:11:40: Weil sie
00:11:41: gesprungen waren, weil ich so lebhaft war Ja und aber mich beschäftigt, dass ich mich nicht Dass ich das nie so gefühlt habe Sondern ich war ja Ich kannte ja nichts anderes außer mich So
00:11:52: Und sie haben sich aber offenbar auch nicht, und das ist ja ein gutes Zeichen verglichen.
00:11:56: Denn in dem Moment wo Sie das getan hätten, hätten Sie ja gemerkt, dass sie mehr springen, sich mehr bewegen oder Musik anders wahrnehmen als andere.
00:12:04: Sie haben das so gefühlt – und Sie haben es für richtig befunden!
00:12:07: Das ist eigentlich ein sehr schönes Gefühl, dass man jedem Menschen wünscht, dass er nicht darauf wartet erst mal bewertet oder beobachtet zu werden.
00:12:15: Das war glaube ich der Vorteil meiner Familie, so wie wir aufgewachsen sind im Vergleich zur Familie meines Mannes, wir wurden einfach nicht ständig bewertet.
00:12:26: Ich hatte das Gefühl auch... also schon klassische Rollenverteilung.
00:12:30: meine Mutter war für die große Familie, für die Kinder zuständig der Papa war in der Werkstatt und sie hatte so ein Spruch du musst den Mensch nehmen wie er ist so auf dem Schwarzweider Dialekt.
00:12:40: Sie liebte uns wirklich so wie wir waren und es ist ständige bewertete.
00:12:44: oder dass man irgendwas besonderes sein sollte.
00:12:47: ist nicht in meinen Genen.
00:12:49: Nichtsdestotrotz haben wir, glaube ich alle gestrebt nach etwas aber von vornherein gab es sehr viel Freiraum das zu sein was man isst ob sie immer damit was anfangen konnte dass auch ich so war wie ich war.
00:13:01: Sie konnte manchmal sagen haus Sigrid was hast du wieder im Kopf und damit meint diese glaube ich meine Kreativität meine Fantasie meine Ideen.
00:13:08: da war sie glaube ich manchmal
00:13:10: weiß ich selbst vielleicht so nicht nachempfinden könnte Aber es ist ja schön, dass sie da schon so viel Fantasie hatten und das sie auch offenbar nicht gehört haben.
00:13:20: Jetzt spinnst du dir was zusammen?
00:13:22: Weil sowas kann ja auch gedrosselt werden.
00:13:26: Mensch, was spinnsten die jetzt wieder
00:13:28: zusammen?".
00:13:29: Ja, genau.
00:13:29: Wir hatten ja diese Freiräume also wir lebten da außerhalb der Stadt Fortwangen in unserem Haus und da waren kleine Wald daneben und wir kannten auch noch so etwas wie lange Weile und übrigens das mit diesem vielen Bewegen.
00:13:43: meine Geschwitze und ich war den langen Schulweg – wir waren alle super sportlich!
00:13:47: Also meine Schwester war Leichtathletin, ich war Kunstturnerin und meine Brüder waren alle Fußballer.
00:13:51: Der älteste war Profifußballer die jüngste Schwester War-Wolle-Ballerin.
00:13:55: also wir waren alle sehr sportlich und das Springen oder in den langen Sommerferien wo wir nie zusammen in irgendeinem Urlaub waren da haben wir dann unsere eigenen Olympiade aufgebaut durch Hindernisse oder so.
00:14:08: Sehr viel aus dem eigenen entstanden, was könnte ich jetzt machen?
00:14:12: Sie haben gerade eben die Familie ihres Mannes angesprochen.
00:14:16: Das müssen wir jetzt auch gar nicht groß vertiefen.
00:14:17: Er ist ja nicht zu Gast, er war mal zu Gast.
00:14:19: das ist ungefähr fünfzehn Jahre her und wir heißen ihn auch gerne nochmal willkommen den Schauspieler Walter Sittler der glaube ich wenn mich da recht erinnern in Amerika zur Welt kam als auch als Kind von... Als ich weiß nicht acht Kinder waren es dann?
00:14:37: Ja, er ist der
00:14:37: Jüngste von Acht!
00:14:38: Er
00:14:38: ist der jüngste Von Acht gewesen die Mutterlehrerin der Vaterprofessor und da muss es ein bisschen anders zugegangen sein, ein bisschen weniger luftig sagen wir es mal
00:14:47: so.
00:14:47: Für weniger luftig auch eine tolle Familie.
00:14:49: also ich bin wirklich schätze mich sehr glücklich auch in diese, dass diese Familie mein Leben gekommen ist.
00:14:57: aber Walter selber spricht viel darüber über dieses immer bewertet zu werden und sagt also mindestens hohe Ansprüche an die
00:15:05: Kinder.
00:15:05: Ich versuche mir gerade vorzustellen wie das kurz nachdem sie sich kennengelernt haben vielleicht oder als die drei Kinder schon auf der Welt waren so einen Familientreffen.
00:15:16: Da kann man ja gar nicht sagen, du kommst doch zu uns.
00:15:19: Sondern dass da müssen ja Säle angemietet werden wenn die Familie ihres Vaters mit den acht neuen Geschwistern, die Familie Ihres Mannes...
00:15:30: Ich glaube, das gab es ein einziges Mal bei unserer Hochzeit.
00:15:33: Dass da beide Familien irgendwie in dem Sinne reingeladen waren oder jetzt schon mal runde Geburtstage.
00:15:38: Da kommt dann schon auch mal eine Schwester von ihm oder ein Bruder von ihm aber diese sozusagen dass alle zusammenkommen vom beiden Seiten Also Walter-Seite, die machen in alle zwei, drei Jahre tatsächlich Familien treffen.
00:15:51: Weil die Familie so verstreut ist in der Welt.
00:15:53: Die treffen sich an einem neutralen Ort in Italien oder zuletzt in Dänemark.
00:15:58: Da wird ein Haus gemietet und gekocht.
00:16:00: Da kommen dann so vierzig, fünfzig Leute zusammen.
00:16:02: Und weil meine Familie allesamt sind in Süddeutschland geblieben.
00:16:06: Wir treffen uns zu den runden Geburtstagen Oder mal zu einem besonderen Anlass aber wir haben diese Möglichkeit uns schon mal häufiger zu sehen.
00:16:15: Das ist bei ihm anders, genau.
00:16:17: Ist das eigentlich der Grund?
00:16:19: Die Antwort liegt jetzt auf die Hand, dass ihre Kinder Daddy sagen zu ihrem Vater, dass er in Amerika geboren wurde?
00:16:26: Er wollte, glaube ich, Daddy genannt werden und ... Das war von Anfang an, das ist heute auch noch der Daddy.
00:16:32: Also für mich klingt es schon so ja klar was denn sonst?
00:16:35: aber so fahrt es eben.
00:16:36: Wir spielen den nächsten Song und steigen dann nochmal ganz chronologisch in ihr Leben ein um auch Leonie noch etwas besser kennen zu lernen bevor wir sie dann aber auch langsam und vorsichtig hinter uns lassen.
00:16:49: Melanie Alexander Beatle ich weiß jetzt gar nicht hast du das Song so?
00:16:53: Ja
00:16:53: Alexander Beatles genau.
00:16:55: Wofür steht das Lied?
00:16:57: Das Lied steht Also ich hatte glaube ich war vierzehn und hatte tatsächlich einen Freund.
00:17:03: Und er schenkte mir meine allererste Schallplatte.
00:17:08: Es gibt sogar ein Foto, das war in Weihnachten wo ich diese Platte wie so ein Kuscheltier an mich halte Mit Melanie vorne drauf, diese Platte die ich, was ich wie oft gehört habe.
00:17:19: Ich könnte das Lied mitsingen.
00:17:21: I had a little bittle so
00:17:23: that bittle
00:17:24: was his name and i called him Alexander and he answered just the same.
00:17:30: Also ich fand auch diese Worte, diese Lyrics so speziell.
00:17:34: Wie kann man ein Lied über einen Käfer machen?
00:17:37: Das fand ich sehr schön und es erinnert mich tatsächlich an meine erste Liebe und an meine ersten Platte.
00:17:43: erste liebe.
00:17:44: Ja
00:17:45: schon voll, also wenn ich den heute treffen würde wir haben keinen Kontakt mehr aber... Kein Roll!
00:18:15: Ich kannte den Song nicht, was ist ja ungewöhnlich gewesen?
00:18:19: Also jetzt gut der muss dann ja Ende der sechziger Wagen vielleicht entstanden sein Anfang der Siebziger, naja Ende der Sechziger.
00:18:26: Denn es ist ja eigentlich ungewöhnlich gewesen solche Songs überhaupt zu veröffentlichen mit... Ich wüsste nicht anarchisch schnell oder so, aber doch sehr untypisch.
00:18:37: was für eine Geschichte und die sie klingt als wäre sie ein bisschen high und als wär' sie ein bißchen crazy?
00:18:42: Ich habe mir damals keine besonders großen Gedanken gemacht, warum jetzt dieser Song.
00:18:48: Ich habe mir einfach diese ganze Platte so einverleitet.
00:18:51: und damals das was ich ganz cool fand waren die Texte auf diesen Hüllen drauf.
00:18:56: Die haben wir studiert.
00:18:57: also ich kann dieses Lied auswendiger wohl ich das nun wirklich auch viele Jahre gar nicht mehr gehört habe.
00:19:02: Haben Sie es auch übersetzt?
00:19:04: Ja ich hab's zumindest verstanden.
00:19:08: Und jetzt heute, wo ich gerade wieder so mit reingehört habe.
00:19:11: Ich glaube was ich daran mochte war dass sie in der Geschichte erzählt und das mochte ich immer schon in meinem Leben.
00:19:17: Ich hab sogar gerne Aufsätze geschrieben also möglichst mit Themen wo man sich selber was überlegen konnte immer schon und ich glaube ich mochte dieses Lied weil sie eine Geschichte erzählt
00:19:28: ja
00:19:28: vielleicht auch immer mochte einfach melden nicht wollte ihre Stimme
00:19:32: kann.
00:19:33: ungewöhnlich Frauen und Mädchen waren ja Auch und gerade zu der Zeit, obwohl es die Studentenunruhen gab.
00:19:40: Und auch ein neues Frauenbild das sich irgendwie heraus schält oder dass man sich anschaut oder das sich entwickelte.
00:19:48: Und trotzdem waren ja Frauen und Mädchen auf jeden Fall in der sichereren Position wenn sie ein bisschen gefällig waren Und jedenfalls nicht, wenn sie mit einer leicht schrägen Stimme die Geschichte eines Käfers gesungen haben.
00:20:01: Auch mit so Nebensächtlichkeiten im Text.
00:20:03: Ich habe ja auch nie gesagt, dass wir den mit Absicht rausgelassen.
00:20:06: Also ist das eine kleine Geschichte?
00:20:08: Ja genau!
00:20:11: Wir haben sich ihre Eltern kennengelernt.
00:20:13: Ich frage nur deshalb, weil ich noch mal kurz auf diesen wirklich sehr schönen Film eingehen möchte, den ich mir leider noch nicht anschauen konnte.
00:20:22: Aber vielleicht wird es ja nochmal einen Weg geben in der Mediathek oder so Leonie und der Weg nach oben.
00:20:26: Der Film kam im Jahr zwei Tausend Zweiundzwanzig raus.
00:20:28: Es gibt auch wunderschöne Trailer die man sich anschauen kann zum Beispiel bei YouTube.
00:20:33: Sie haben Ihre Mutter vier Jahre lang Portraitiert gefilmt immer wieder
00:20:39: Ja, ein bisschen länger sogar fünf Jahre.
00:20:41: Also eigentlich bis zuletzt mit ihr gefilmt ganz genau und das kam also... Ihre Frage war ja wie meine Ärzte... Die
00:20:51: waren sehr, die waren ja ja genau.
00:20:52: ich habe eigentlich die Frage noch gar nicht richtig gestellt weil dieser Film zeigt die Nähe, die diese beiden Menschen zueinander gehabt haben müssen immer und vierundsechzig Jahre lang.
00:21:02: Wie haben sie denn überhaupt zueinander gefunden?
00:21:03: Das ist eigentlich
00:21:05: eine schöne Geschichte, das war gegen Ende des Krieges.
00:21:08: Da ist man noch tanzen gegangen und sie erzählt die Geschichte, dass sie da in der Nähe von Fortwang waren mit ein paar Mädchen zusammen im Kino und auf dem Weg nach Gütenbach – es ist ja Heimatdorf also sieben Kilometer entfernt von Fortwang immer alles zu Fuß kam man an einem Hotelverband, das hier ist Neueck und da war Tanz!
00:21:27: Und sie haben sich überlegt ach gehen wir doch da noch rein und gehen tanzen.
00:21:31: Und sie erzählten auch, dass er hat wie so einen Blick auf mich geworfen.
00:21:36: Dann haben Sie getanzt zusammen und ein paar Tage später war da noch Mayen-Tanz in Gütenbach im Dorf.
00:21:43: Also sie haben sich beim Tanzen kennengelernt aber wenige Tage danach ist sie von Jahr auf den Bauernhof, das war die sogenannte Hungerzeit nach dem Krieg, in der Nähe von Ravensburg zu einem Bauern um dort arbeiten für Essen.
00:21:59: Hunger war so dominant.
00:22:02: Und da habe ich eine Frage gestellt in einem der Gespräche, in dem Film und dann habt ihr euch ein ganzes Jahr lang nicht gesehen auch nicht geschrieben.
00:22:10: und dann sage sie hat doch geschrieben haben wir uns?
00:22:15: Liebesbriefe?
00:22:16: Ha, ja!
00:22:17: Sagt sie dann so.
00:22:19: Und das war ihr Kennenlernen.
00:22:21: und dann waren Sie monatelang getrennt und dann ist er aber wieder zurück.
00:22:25: und dann nahm das Ganze seinen Lauf.
00:22:26: und sie sind zusammengeblieben haben sich einmal in der Woche getroffen.
00:22:31: Irgendwo im Wald zwischen Fortwang und Gütenbach.
00:22:35: Und so ist diese Liebe entstanden.
00:22:36: So was diese Liebe entsteint und hat so lange gehalten.
00:22:41: Warum glauben die beiden so gut zusammengepasst?
00:22:47: Die mochten gegenseitig, dass was und wie der andere war.
00:22:53: Also auch die Unterschiedlichkeit?
00:22:54: Die
00:22:54: Unterschiedlichkeit.
00:22:55: Wie gesagt mein Vater war wirklich ... Ich hab was von meinem Vater.
00:22:58: Auch dieses ... Er kam ja aus einer Ganzenarmenfamilie.
00:23:02: Die hatten nichts.
00:23:04: Einfach ein Haufen Kinnon hat nichts.
00:23:05: Alle mussten Hirten bohben und Hirtenmädchen.
00:23:07: Die mussten schon in dem Grundschulalter zu bauen im Sommer und dort arbeiten monatelang.
00:23:13: Meine Mutter mochte an meinem Vater glaub ich auch sein Humor Seine Musikalität, die haben beide sehr gerne gesungen.
00:23:19: Haben beide auch in Chor gesungen und haben sehr viel miteinander gesungen.
00:23:23: Meine Eltern waren sozusagen dafür verantwortlich dass wir den Schusterterz mit der Muttermilch aufgesogen haben.
00:23:31: Also ich kann automatisch ohne nachzudenken, kann eine zweite Stimme singen zu einer Melodie Und das haben sie immer gemacht Die saßen dann auch manchmal nach Feierabend zusammen haben einfach gesungen.
00:23:43: Diese Liebe zur Musik hat sie auch verbunden auf jeden Fall.
00:23:47: Und dann haben Sie, denke ich für die damalige Zeit, die jeweilige Rolle eingenommen.
00:23:53: Meine Mutter ist sehr in einem sehr katholischen Elternhaus groß geworden.
00:23:57: das heißt Verhütung war irgendwie auch... Man wusste schon irgendwie es gibt zu fruchbare Tage also aber das waren nicht wirklich so erfolgreich offensichtlich.
00:24:06: und sie hat dann die sieben Kinder bekommen und ursprünglich wollte sie ja Säuglingsschwester werden.
00:24:10: da kam der Krieg dazwischen Und hat es verhindert, dass sie die begonnene Ausbildung zur Ende machen kann.
00:24:17: Das Arbeiten müssen während der Hungerzeit das wieder aufbauen.
00:24:21: und so kam es, dass Sie quasi Ihr eigenes Zeuglingsheim erinnerten.
00:24:25: Mein Vater war Schumacher Meister und musste dann in einem Beruf, in dem es auch nicht so viel zu verdienen gab eine große Familie ernähren Und hat dann seinen eigenen kleinen Laden gegründet und der dann auch mal größer wurde.
00:24:39: Und so haben sie dann mit dieser Füreinander da sein, also jeder war in seinem Bereich.
00:24:44: Die machen wir für Haus und Hof kleine Landwirtschaft zu beginnen.
00:24:47: Für die Schwiegereltern, die sich gepflegt hatten bis ins hohe Alter.
00:24:50: Und mein Papa war eben da, ich sag jetzt mal der Macher, ja?
00:24:54: Sein Laden aufgebauten.
00:24:56: So sehr sparsam äußerst sparsamt damit das gelingt.
00:25:00: Und den Laden gibt es jetzt in der dritten Generation.
00:25:02: Ja wirklich!
00:25:04: Und nicht mehr außerhalb am Hang, sondern mitten in Fortwang.
00:25:10: In der Hauptstraße gibt es den Schuhen-Sport-Klausmann.
00:25:14: Ach guck mal!
00:25:15: Da kann man einkaufen auch online, liebe Zuhörerinnen und Zähler.
00:25:19: Kleiner Färbchen.
00:25:20: Nein finde ich schön.
00:25:24: Haben
00:25:24: sie wahrscheinlich nicht aber checken Sie die Schuhe anderer Menschen reflexhaft?
00:25:30: Ich liebe Schuher.
00:25:34: Ich schaue nicht nur Schuhe überhaupt.
00:25:37: Also unser Sohn zum Beispiel, wir haben vor fünf Jahren ein eigenes Label gegründet.
00:25:41: Moja Rova lebt in Italien und ich glaube das ist auch was da.
00:25:45: Doch na klar!
00:25:46: Ich weiß, was sie anhaben.
00:25:47: Ja
00:25:48: okay.
00:25:48: Ich schau da gerne hin ja.
00:25:49: Ich meine jetzt Schuhen sind ja auch... Das hat sich ja total verschoben.
00:25:54: Heute Schumacher gibt es ja wenige.
00:25:58: Und die wirklich auch ihr Handwerk verstehen, die da zu Lust haben.
00:26:03: Dass man überhaupt bezahlen kann ist auch wirklich viel Arbeit und früher in der Zeit hatte man vielleicht zwei paar Schuhe oder so ne?
00:26:11: Oder drei paar Schuh wenn man Glück hatte noch so Winterstiefel oder so.
00:26:15: das war ja nicht so austauschbar sondern die wurden mehrfach
00:26:19: repariert
00:26:19: und so weiter.
00:26:20: und wer gute schuhe hatte Hatte das war, ich will jetzt nicht sagen auch ein hohes Ansehen.
00:26:24: Aber es war ja schon so dass man nicht mit ungeputzten Schuhen irgendwo... Das stand ja auch für was.
00:26:29: deswegen kann ich mir vorstellen wenn der Vater Schuhmacher ist, dass man da auch vielleicht instinktiv ohne dass man's selbst bemerkt und bewusst nicht mit schmutzigen Schuhe aus dem Haus geht oder so?
00:26:39: Das weiß ich nicht!
00:26:42: Ganz ehrlich, es gibt so meine Mutter hat sehr gerne fotografiert und es gibt ein Foto wo wir alle sieben auf dem Benkle.
00:26:48: Da werden so einen Benkle vom Haus und da sitzen wir mal wieder wie waren so zwischen keine Ahnung zwischen sechs sechs und sechzehn oder sowas.
00:26:55: ja also noch so.
00:26:57: Kinder Anfang Jugendliche Und dann hat einmal die Mama gesagt Sekret gucken wir auf das Schulwerk Gucken.
00:27:03: wir auf des Schulwerks sind mit anderen Worten ja trotz Schuhladen so Da gab's nicht immer das allerbeste.
00:27:10: Aber mein Vater Siegrit, du könnt mal wieder deine Schuhe putzen.
00:27:13: Das war das Veransatz den haben wir gehört und ich glaube es ist etwas.
00:27:18: also ich putze auch schuhe.
00:27:20: meine haus gefühlt die generation nach mir macht das nicht mehr so unbedingt.
00:27:23: aber ich putzens auch das pflegen von schwulen man macht es auch das ist mir wichtig ja.
00:27:29: und dass man sie zum tatsächlich zur Reparatur bringt.
00:27:33: Und zwar auch Schuhe, an denen man einfach hängt und wir haben einen großartigsten Schuhmacher, den man sich vorstellen kann in Stuttgart und der macht wirklich aus einem Schlappen, der muss man jetzt wegschmeißen.
00:27:43: Da kriegt es noch mal hin finde ich ganz toll.
00:27:45: Für den müssen Sie wahrscheinlich keine Werbung machen weil er eine Kundenliste hat die ganz dick ist und eine Warteliste möglicherweise.
00:27:51: aber wenn sie wollen können sie heute alles raus ballern.
00:27:55: Jedes Handwerk ist uns willkommen.
00:27:57: Wir
00:27:57: klicken ein bisschen was
00:27:58: auf!
00:28:00: Einige ihrer Geschwister kennen, denn da müssen sie mir jetzt helfen.
00:28:04: Ich habe dir das Stichwort Band-Siebziger bis heute, Band meiner Geschwisters gegründet von Roland – den haben wir ja schon kennengelernt.
00:28:12: Das war der mit der Querflöte.
00:28:13: Ganz genau!
00:28:14: Bluesquamperfect!
00:28:18: Was kommt jetzt auf uns
00:28:20: zu?
00:28:20: Ursprünglich von Rod Stewart I don't wanna talk about it.
00:28:24: und also die Band Bluesquampperfect gibt es tatsächlich heute noch.
00:28:28: Mein Bruder, der die gegründet hat, hat die Band irgendwann verlassen.
00:28:31: Weil er tatsächlich der Einzige war, der das professionell machen wollte.
00:28:35: Die hatten Erfolg bei Festivals und so was, die waren wirklich sehr um aufstreben in Ast.
00:28:40: Meine jüngste Schwester Andrea ist Sängerin.
00:28:42: Heute noch Sängerin sind auch schon über sechzig Und mein jüngster Bruder Norbert ist Gitarist.
00:28:49: Der Bandlider ist dann meiner Schwester, also irgendwie alles in der Familie geblieben.
00:28:56: Es gibt eine CD Mehrere aber eine, da ist der Song I Don't Want To Talk About den Andrea singt.
00:29:03: Und dieses Song war so beliebt einmal bei meinen Kindern!
00:29:08: Und das Lied ist auf dieser CD die Nummer zehn.
00:29:10: Wir mussten nur sagen, die zehn.
00:29:12: aber er war auch so beliebt bei meinen Tanzschülerinnen weil ich oft den Unterricht begonnen habe einfach mit einer schönen Musik wo wir drauf improvisiert haben oder auch Improvisationsaufgaben.
00:29:22: Sekret können wir auf die Zehen improvisieren und es war dann nicht irgendjemand an der Talkabout sondern genau das Liet von der Andi.
00:29:29: also wir sagen Andi zu Andrea und deswegen ist genau das lied vom Blues Cramp Perfect von an die Gesungen etwas, was ich hier einfach auch gerne dabei habe.
00:29:37: Ja schön dass Sie es mitgebracht haben!
00:29:55: Das ist ja eine wunderschöne Stimme.
00:30:00: Sie hören die Hörbarust als Radio-Sendung oder sie streamen gerade den Podcast der Hörberust.
00:30:07: Und ich finde, das machen sie ganz hervorragend!
00:30:09: Zu Gast im heutigen Gespräch ist Sigrid Klausmann.
00:30:12: Sie ist Regisseurin und Drehbuchartorin.
00:30:14: Ich möchte an dieser Stelle auf vergangene Gespräche hinweisen, die sie sich jederzeit noch anhören können über die Radio Eins Homepage über YouTube, über die klassischen Podcast-Plattformen oder aber auch über Sounds.
00:30:30: Das ist die ehemalige ID.
00:30:33: AudioTik heißt Sounds gibt es als kostenlose App.
00:30:35: da finden sie zahlreiche Gespräche und besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen die hörbar mit zum Beispiel Johann Lafa.
00:30:45: Britkanya war ganz eine ganz tolle Sendung.
00:30:48: Britkania Jam Öztemi Nina Haas, Sophie Hunger.
00:30:54: Michael Gwissdegg ist einer Wiederholung gewesen aber hat sich wirklich gelohnt die noch mal hoch zu kramen.
00:31:02: er ist leider vor einigen Jahren schon gestorben.
00:31:05: ganz toller Gast war es oder auch Felix Kramer und der isst Mops Fidel.
00:31:09: Gott sei Dank Es waren sehr schöne Gespräche, aber es gibt noch weit aus mehr.
00:31:13: Wie gesagt jetzt gerade bin ich im Gespräch mit Sigrid Klausmann und wir werden gleich über einen außergewöhnlichen Wunderschön und vor allen Dingen auch ganz wichtigen Film sprechen.
00:31:23: Girls Don't Cry Aber bis dahin halten wir uns ein bisschen in ihrem Leben auf.
00:31:30: Sie hätten Abitur machen können
00:31:32: Hätte ich!
00:31:34: Sie klingen für mich so wie jemand der gerne gelernt hat
00:31:39: Schon ja
00:31:40: Was hat sie davon abgehalten?
00:31:42: Also vielleicht für heute überhaupt gar nicht mehr nachvollziehbar.
00:31:45: Ich hatte in der vierten Klasse eine Lehrerin, Frau Lenditel.
00:31:50: Die habe ich geliebt.
00:31:52: Ich kann mir aus dem Allgäu ich sehe sie noch vor, mit ihren schwarzen Haaren und ihrem Dirndl.
00:31:56: Eine kleine Frau und die hat so klasse unterrichtet dass sich da jeden Tag einfach geliebt habe in die Schule zu gehen.
00:32:04: Teil!
00:32:06: Ich habe ja, glaube ich zum Geburtstag geschrieben bis ich so zwanzig war und sie hat mir immer zurückgeschrieben.
00:32:11: Liebe Sigrid, deine Treue ist wirklich rührend!
00:32:14: Ich habe diese Frau einfach als Lehrerin geliebt.
00:32:19: Da war was?
00:32:20: Ich kann es gar nicht genau sagen da war etwas mehr als nur.
00:32:24: Die hat etwas mir gezeigt wie eine Frau sein kann auch stark irgendwelchen ungezogenen Jungs gegenüber.
00:32:32: Ich konnte die richtig anpacken.
00:32:34: Die Art und Weise, wie sie meinen Naturkunde ordnet ... Wie Sie das umgeblättert hat?
00:32:39: Ich sehe Ihre Hände noch vor mir!
00:32:41: Alles hat mir gezeigt, wie sehr sie das was sie macht liebt.
00:32:46: Und da war ich einfach gern und ich wusste wenn ich bei ihr bleibe dann habe ich sie bis zur sechsten Klasse.
00:32:52: Und meine Eltern beide, ich sage jetzt mal von der Bildung her Volksschule und das wars dann und sechs Geschwister, die waren natürlich im Gymnasium.
00:33:03: Und meine Mutter sagte, das muss ich dir studieren!
00:33:07: Und damals war es noch nicht so, dass man sagt, wenn du nicht studierst oder abgemacht hast, dann hast du keine Chance in dem Leben.
00:33:12: Ist ja auch nicht so?
00:33:13: Es
00:33:14: ist natürlich nicht so.
00:33:14: aber damals war auch der Druck noch nicht.
00:33:17: Meine Eltern waren da einfach... Ich habe vorhin darüber gesprochen über Erwartungen.
00:33:20: Die haben nicht gedacht, oh Gott jetzt machte sie das Abiturnicht oder geht nicht aufs Gymnasum.
00:33:25: Oh mein Gott was führt denn?
00:33:26: Nein, die wird natürlich irgendwas.
00:33:29: Die würde ihren Weg gehen und diese Zuversicht dieses Vertrauen was sie in uns gesetzt haben stellen Sie sich das mal vor was es für ein Leben heißt ich kriege da etwas mit.
00:33:37: Es war mir damals ja nicht klar.
00:33:39: Die haben uns immer vermittelt Das schafft ihr macht das Ihr macht ihr geht euren Weg.
00:33:45: Und dann war Ich bis zur sechsten Klasse bei vollem Titel.
00:33:49: und sie ist von Nicht all zu langer Zeit.
00:33:51: wenige Jahre ist sie erst verstorben.
00:33:54: und meine Mutter die in Kontakt war mit einer Die Lehrerin, die damals ihre junge Kollegin war, die überhaupt in Fortwan geblieben und verblieben war, hat mir noch mal gesagt.
00:34:02: Übrigens ... Die Frau Meier und so hieß sie eben.
00:34:05: Die Emaille Kollegin hat gesagt, voll ein Titel tät ich so gerne nochmal sehen.
00:34:09: Und dazu ist das dann leider nicht gekommen.
00:34:12: Aber das war der Grund.
00:34:13: Und natürlich hätte ich irgendwie aufs Gymnasium gehen können.
00:34:17: Aber heute denke ich manchmal dass der Weg den ich gegangen bin.
00:34:21: Der ist ja auch nur so geworden weil halt immer nicht unbedingt den Weg gegangen bin, den man von mir erwartet hat.
00:34:28: Ich habe mal gehört dass ich sogar die Lehrer drüber unterhalten haben wie so geht es sich.
00:34:31: Klaus Mannich aus dem Gymnasium ist aber nicht bis zu mir vorgedrungen.
00:34:36: also ich bin so weitergemacht und dafür war für mich Schule auch nie ein Ort wo ich dachte oh diese Schule weil ich so durchgeflogen bin.
00:34:45: Manchmal denke ich aber auch das wäre schön gewesen ja Aber am Ende des Tages, ich war dann Wirtschaftsschule gemacht dort meine Mitre-Reife und tatsächlich die Menschen, die mir in Erinnerung geblieben sind, die leerkräftig.
00:34:57: Ich hatte einmal eine Lehre vom Gymnasium ein Deutschlehrer an der Wirtschaftssschule.
00:35:02: Unvergesslich!
00:35:03: Ja?
00:35:04: Ich kann mich noch erinnern das wir Gedichtinterpretationen gemacht haben.
00:35:09: In positiven
00:35:10: Sinne mit diesem Deutschlehren einer Wirtschaftsschule, ich hatte nie davor einen Deutschlehre, der sowas mit uns gemacht hat.
00:35:17: Und die Rose... Ein Gedicht über die Rose.
00:35:20: Und es war für mich wie so ein Aufwachen, achso!
00:35:24: Oder einen ganz tollen Mathe-Lehrer von der Fachhochschule in Fortwang, der auch an der Wirtschaftsschule unterrichtet hat, Herr Hofmann, der gesagt hat, Mathe ist einfach.
00:35:31: Wir durften in der Mathe Klausur, wir durften unsere Bücher verwenden weil er sagt wissen Sie später?
00:35:37: Sie müssen sich dem Formel nicht alle auswendig, die müssen wissen wie sie es anwenden.
00:35:41: Da hatte ich irgendwie so einen Berliner Akzent erinnere ich mich.
00:35:44: Das heißt das waren Lehrkräfte, die mein schulisches Leben bestimmt haben von Landiteln und diese beiden, die ich gerade genannt habe vielleicht noch ein zwei mehr Und die sind geblieben was die mir ermöglicht haben Also mein Haar Horizont erweitert.
00:36:00: Und natürlich wäre es vielleicht noch mal anders gewesen, ich war an eine Uni gegangen aber dadurch dass sich eben so schnell fertig war her... Ich war mit neunzehn Lehrern ständig das mal vor einem Progymnasium Mit Schülerinnen und Schülern die waren eigentlich ...ich war knapp älter als die Aber irgendwie war das möglich!
00:36:19: Und ich habe noch nie so'ne Geschichte gehört.
00:36:21: also ist ganz besonders dass sie diese Verbindung hatten und auf diese Weise auch berührt wurden.
00:36:33: Und sie wird damit mit Sicherheit auch, sie geöffnet haben für das Lernen, fürs Wissbegierigsein, fürs Offensein und für Geschichten.
00:36:41: Ja,
00:36:42: es ist schön!
00:36:42: Also wirklich... Da wird ja auch klar, dass lernen funktioniert über die Emotion.
00:36:50: Warum lernt jemanden Sprache?
00:36:53: emotional in Verbindung kommt.
00:36:55: Warum lernen Kinder im Kindergarten eine Sprache, ohne dass man mit ihnen Vokabeln übt?
00:37:01: Weil sie unbedingt einen Rollenspiel machen wollen mit anderen Kindern und da muss man ja drüber reden.
00:37:06: also muss brauche ich diese Wörter dazu.
00:37:09: Also auch für Kinder, die eben diese Sprache nicht sprechen?
00:37:11: Da bin ich ganz davon überzeugt!
00:37:13: Wenn es uns gelingt jungen Menschen, wenn wir wollen dass dir was lernen muss, muss das über einen emotionalen Zugang.
00:37:19: funktioniert das dann?
00:37:20: Das geht natürlich nicht immer.
00:37:21: Mein Gott, ich hatte auch meine Fächer Chemie, hatte ja irgendwie auch eine Viermal.
00:37:25: aber so ist das auch nicht so schlimm.
00:37:28: Wir müssen wollen, dass Kinder lernen möchten.
00:37:31: Wir müssen das wollen unbedingt weil alles andere wird zum Desaster führen.
00:37:37: Und wie schön eben dann auch, wenn man es gerne tut.
00:37:40: Wenn man das mit Freude tut und Sie sind ein gutes Beispiel dafür.
00:37:46: Crybaby, Janis Joplin haben sie mitgebracht.
00:37:49: Warum?
00:37:51: Also Crybaby ist für mich ganz eindeutig also... Das letzte Lied war über die erste Liebe und dieses Lied hängt auch wieder mit einer Liebe zusammen aber die mich verlassen hat.
00:38:00: da war ich achtzehn sehr verliebt, vielleicht so eine ernsthafte Liebe.
00:38:07: So eine erste Liebe, mit dem will ich irgendwie bleiben.
00:38:11: aber er hat mich nach einem Jahr verlassen und das war ganz schrecklich.
00:38:15: Das habe ich gar nicht verstanden.
00:38:18: Und Janice Joplin und Cry Baby hat mir sehr geholfen in meinem Liebeskummer denn ich hab Kopfkissen voll geweint mit dieser Musik over and over again.
00:38:30: Genau, damit verbindet es mich.
00:38:32: Aber Sie meinen jetzt nicht?
00:38:34: Nein!
00:38:34: Ich weine nicht und dieser gute Mensch mit dem ich so verliebt war ist leider schon verstorben.
00:38:40: also wenn ich geblieben wäre hätte ich ihn jetzt nicht mehr.
00:38:44: aber ich denke auch nicht hätt' ich ihn nur gehabt sondern
00:38:47: eben... Das ist schon gut so wie's genau.
00:38:48: Nur
00:38:48: zum Leben dazu ja auch diese verlassen werden nicht.
00:38:51: jeder erlebt das.
00:38:52: ich hab sie eben auch mal erlebt Ja und dass man auch über solche Geschichten hinwegkommen kann
00:38:59: Es dauert so lange wie es
00:39:01: dauert.
00:39:01: Genau, und die Oma hat ja auch dafür ein Spruchssekret.
00:39:04: Eine andere Mutter hat auch noch einen schönen Sohn.
00:39:34: Die Regisseurin Sigrid Klausmann ist heute hier zu Gast.
00:39:38: Die mit neunzehnt schon Lehrerin war, ihre Schülerinnen und Schüler waren kaum älter als sie.
00:39:44: War denn Frau oder Fraulein Titel schuld an ihrer Berufswahl?
00:39:49: Wenn dann unbewusst, die Berufswahl hingen vielleicht damit zusammen oder ziemlich sicher sogar würde ich sagen.
00:39:55: Ich war Kunsttornerin in meiner Jugend im Verein in Vordhang und war fertig mit der Schule.
00:40:02: da war noch keine siebzehn und habe mir überlegt was Wird jetzt, was könnte ich denn machen?
00:40:07: Und irgendwie hörte ich von dieser Schule in Stuttgart tatsächlich.
00:40:10: Das war damals noch ein... Heute ist es eben auch so einen Ort wo man seinen Bachelor macht, ganz normal.
00:40:15: Heute ist eine Akademie und damals war es so eine Berufsfachschule für Sport- und Gymnastiklehrerinnen.
00:40:21: Da konnte ich mit meiner ohne Abitur mich da bewerben und dann habe ich mit siebzehn bin ich von zu Hause weg nach Stuttgart und war nach fünf Semestern mehr oder weniger ausgebildet für einen Beruf, der eigentlich von mich dann nicht nur als Beruf angefangen hat.
00:40:40: Sondern auch jetzt geht es los, dass ich mehr lernen möchte.
00:40:44: Fachverbandslizenz, Schwimmern, Trainerzee, scheint Kunsttornen was auch immer.
00:40:49: ja also einfach das Bedürfnis mehr noch zu können in diesem Feld.
00:40:55: so würde ich Lehrerin mitneut sind.
00:40:56: Wie sind Sie den Klage kommen?
00:40:58: So alleine Denn es waren ja immer viele Menschen um sich rum in den ersten siebzehn Jahren ihres Lebens.
00:41:04: Ich war nie allein!
00:41:05: Ich bin da mit einer anderen Fortwangerin, die war auch Tornarin.
00:41:07: Wir haben dann zusammen ein Zimmer gemietet und haben studiert, mit lauter anderen Frauen zusammen.
00:41:12: Ich war nie einer.
00:41:13: Nein okay aber der Familien.
00:41:15: ich mache jetzt eher so den Familienverband und das klingt ja schon als wäre das immer sehr eng gewesen.
00:41:19: Ja wissen Sie wir waren nicht wehrt er verzertet noch vertüttelt?
00:41:24: Ich
00:41:24: bin ich weiß nur genau wie ich bin.
00:41:25: auch ich bin aus dem Haus.
00:41:27: ich hatte irgendwie ein Schlafsack dabei und einen Koffer und ich bin da fliehen fahren.
00:41:34: also ich bin raus.
00:41:36: ich war bereit.
00:41:38: ich glaube in dieser Kosmos meiner Familie gab es ja keine Verwöhnung, sondern irgendwie eine Vorbereitung aufs Leben.
00:41:47: Uns wurde was zugemutet und mussten auch helfen in der Landwirtschaft führen.
00:41:51: Wir hatten Verantwortung, wir mussten unsere Großeltern unterstützen die im Haus waren also da war ganz viel was uns aufs leben vorbereitet hat wussten, dass wir sparsam sein müssen auch weiterhin.
00:42:04: Doch ich hatte Barföck.
00:42:06: Mein Papa hat ein bisschen was beigesteuert für das Zimmer.
00:42:10: Also in Grunde genommen ... Nein, ich hatte keine Angst.
00:42:15: Ich glaube auf Angst wäre ich bei Ihnen nicht gekommen so wie ich sie jetzt kennenlerne.
00:42:19: Habe ich nicht das Gefühl?
00:42:21: Ich hätte eher die Möglichkeit im Betracht gezogen, dass in Ihrer Familie vielleicht gefehlt hätte aber so wie es klingt Klingt das alles ganz gesund?
00:42:30: Naja,
00:42:30: alle paar Wochen zu Hause angerufen.
00:42:32: So, weil da gab er noch keine Handys!
00:42:35: Das war ja da – die emotionale Verbindung war ja dennoch da und das Gefühl ... Die Sicherheit hat man ja ein Kindheit lang.
00:42:43: eine große Sicherheit vielleicht das wichtigste überhaupt beim Aufwachsen.
00:42:47: Wir waren in absoluter emotionaler Sicherheit Und die habe ich mitgenommen.
00:42:53: Die strahlen sie auch heute noch aus.
00:42:56: Also, ich ... Niemand ist unverwundbar.
00:42:58: Aber Sie haben da schon eine gewisse ... Weißte nicht, Souveränität und Erschrockenheit vielleicht... Das weiß ich nicht.
00:43:05: Vielleicht
00:43:06: eine Resilienz sagt man heute.
00:43:08: So würde ich es vielleicht beschreiben.
00:43:10: Sie sind fünf Jahre später ... Haben sie auf der Schule Schloss Salem gearbeitet die ja auch Internat ist.
00:43:18: Kennt man weil das eigentlich, weil dann die Kinder besser gestellter, reicher Eltern studieren dürfen, leben dürfen zur Schule gehen dürfen.
00:43:31: Aber man kann nur sagen gut dass sie das gemacht haben denn Sie hatten eine Kollegin und diese Kolleginnen die hatte ein Sohn.
00:43:38: also war es doch oder war nicht so dass es eine Geburtstagsfeier
00:43:41: gab?
00:43:42: Die Kollegin meine dann später Schwiegermutter war tatsächlich meine Kollegin einer der älteren eine Frau die ich als Also hat geraucht, er hat eine Bassstimme einig.
00:43:57: Ich erlebte sie einem auf einem, die waren zusammen bei einer so genannten Round Square Conference.
00:44:01: da treffen sich... Land Erziehungsheime, also Internat der ganzen Welt in einen verschiedenen Orten.
00:44:07: Wir waren zusammen in Kanada und ich war mit in diesem kleinen Team von Salem Und da erlebte ich sie auch in einem Auditorium.
00:44:13: Da wurde über irgendetwas diskutiert und sie stand dann auf Mit ihrer Rauchestimme und Sprach frei.
00:44:21: Ich habe sich schon ein bisschen bewundert für ihre Art Wie sie als Frau In der Öffentlichkeit sich gibt Selbstbewusst hat was zu sagen, hat gern gelacht.
00:44:33: Und sie wurde dann meine Schwiegermutter... Also wir haben uns auch bei einer saarlämmischen Veranstaltung kennengelernt.
00:44:38: Das war so ein Treffen von pädagogischem Mitarbeitern.
00:44:41: Ich gab es alle ein, zwei Jahre und Walter, mein Mann der auch in Saarlem war als Stipendiat und meine damals Kollegen später Schwiegemutter waren da in einem kleinen Gesprächsrunde mit einem ehemaligen Internatsleiter der da einen Geburtstag feierte, den fünfundsechzigsten Geburtstag und ich saß quasi mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Zuschauerraum.
00:45:04: Und ich fragte die Kollegin vor mir, wer ist das?
00:45:06: Der da unten!
00:45:07: Und die dreht sich um und sagt es ist der Sohn von Margaret Sittler.
00:45:09: und dann habe ich schon die Augen verdreht weil ich dachte mein Gott dieser schöne Mensch diese schöne Stimme ja ich war hier irgendwie sofort und ich dachte meine Gott.
00:45:19: Und dann habe ich die Margaret kurz angehalten und gesagt, Margaret geh bitte nicht, eh du mir nicht deinen Sohn vorgestellt hast.
00:45:26: Dann sagt sie ja natürlich und zwei Minuten später stand Walter vor mir und ich erinnere diesen Moment wir standen voreinander und hatte das Gefühl ich kenne den also wie so eine vertraut hat.
00:45:41: Das war Ende Oktober Anfang November, das hab ich in Herbst fehlien Mai haben wir geheiratet und im September dann kamt ihr die zur Welt.
00:45:52: Also, wir wurden ein Paar
00:45:54: und... Meant to be!
00:45:55: Meant To Be?
00:45:57: Kind of.
00:45:58: Wie lange sind Sie jetzt zusammen?
00:46:00: Wir haben jetzt dieses Jahr, äh, ein Fertigsten Hochzeitstag in der Mai.
00:46:04: Genau Ja, wir sind geblieben.
00:46:07: Ja Er hat mal gesagt Das Wichtige war dass ich nie das Gefühl hatte, dass Sigrid mir gehört.
00:46:15: Ich gehöre ihr auch nicht.
00:46:17: Aber wir haben uns entschieden, das zusammenzumachen.
00:46:20: Das gelingt nicht allen!
00:46:23: Ja...
00:46:24: Sie hatten ihre eigene Begeisterung für Dinge?
00:46:28: Deswegen interessiert mich noch bevor wir in die nächste Musik gehen.
00:46:31: Sie haben jetzt schon zum zweiten Mal hervorgehoben dass da Frauen sind, die sie so bewundert haben, die sich angeschaut haben Die Frau oder Fraulein Dittel und jetzt eben auch Ihre spätere Schwiegermutter, die damalige Kollegin.
00:46:47: Mit welchem Frauenbild sind sie denn für sich aufgewachsen?
00:46:52: Denn so wie Sie mir jetzt gegenüber sitzen, habe ich fast das Gefühl, dass kann doch nie anders gewesen sein.
00:46:57: Dass sie eine Art von Selbstverständnis und von Gleichbewertung haben.
00:47:03: aber das muss offenbar anders gewesen werden und es war wahrscheinlich auch der Zeit geschuldet.
00:47:08: Schwer zu sagen.
00:47:09: also meine Mutter war ja keine schwache Frau obwohl sie nur Nur sieben Kinder großgezogen hat und Haus und Hof, das Geschäft mit.
00:47:19: Aber sie war ja nicht eine starke Frau.
00:47:21: Muss
00:47:21: sie gewesen sein?
00:47:23: Eine Lebensleistung, vor der ich mich eigentlich nur niederknien kann.
00:47:26: Und meine Oma prima, die Mutter meiner Mutter, die hat den kleinen Tante immer laden!
00:47:31: und später eine kleine Reparaturanamistelle für die Schuhe, die mein Vater repariert hat.
00:47:38: Und ich sehe noch wie sie da sitzt in meinem Papa auch das abgerechnet hat.
00:47:41: also auch Sie wirkte auf mich als eine wirklich eigenständige selbstbewusste Frau, die aber auch derzeit geschuldet im Wesentlichen Kinder großgezogen gläubig aber eben schon einen eigenen kleinen Laden hatte.
00:47:57: Ich glaube, es ist die Summe dieser Dinge.
00:47:58: Dass die Frauen um mich herum waren keine Schwachen auch meine Großmutter auf der anderen Seite.
00:48:04: Dieses Schwach... ich will mich hüten ihr Wortwahlen irgendeiner Weise zu kritisieren aber ich finde das immer schwierig.
00:48:10: so schwach also wir alle sind ja alles.
00:48:15: Also ich kenne keinen Menschen der nicht auch schwache oder starke Seiten in sich hätte.
00:48:20: und wie sie schon sagen Ich glaube, man muss gar nicht nach irgendwelchen weiteren Attributen suchen.
00:48:28: um diese Frauen, die sie uns bis jetzt vorgestellt haben als nicht schwach zu präsentieren.
00:48:32: Die hatten alle unglaublich viel Kraft und Resilienz usw.
00:48:35: Und ich glaube das gilt im Grunde für die meisten Menschen, die um uns rum sind und auch damals wahrscheinlich schon um uns herum waren.
00:48:42: Die Frage ist wie viele Platz haben diese Eigenschaften eingenommen oder wie wurden Sie bewertet?
00:48:46: Wie wurde überhaupt Ihr gesellschaftlicher Beitrag bewerteten und welche Freiheiten hatten Sie überhaupt sich einzubringen?
00:48:52: nur da sie auch wirklich so klingen Als hätte es da für ihr eigenes Verständnis nie einen Unterschied oder eine Wertigkeit zwischen Jungs und Mädchen, Männern und Frauen gegeben.
00:49:02: Bin ich jetzt eher überrascht, dass sie diese Beispiele nehmen?
00:49:07: Verstehen Sie, worauf ich hinaus will?
00:49:08: Dass die sagen so ... Die war als Frau auch so anders.
00:49:11: Eigentlich haben sich diese Frauen doch um sich herum gehabt, oder?
00:49:14: Die waren immer da.
00:49:15: Ganz genau!
00:49:17: Und die hatten diesen eigenen Raum auch in ... Da, wo es eben damals möglich war.
00:49:24: Die waren nicht in einer leidenden Position im Verein oder ein eigenes Geschäft.
00:49:31: Das hatten die alle nicht aber meine Schwiegermutter.
00:49:33: beispielsweise hat er acht Kinder und mit dem Alter von vierzig studiert den USA.
00:49:38: Also ich habe Biografien in meinem Leben mitgenommen oder miterlebt, die mir was erzählt haben, was man alles schaffen kann.
00:49:47: Und ich glaube ich hatte selber als Mädchen Ich wollte mal, also ungefähr mit zwölf, dachte ich ach wäre das schönen Junge zu sein.
00:49:55: Und ich glaube es hing damit zusammen dass sich immer so dass ich meine Zöpfe solange nicht durfte abschneiden lassen und ich auch keine Jeans hatte.
00:50:03: Und diese Gang zum Friseur mit dem Fahrrad und meine erste Jeans ist markiert in meinem Leben.
00:50:11: Das wollte ich unbedingt.
00:50:13: Ich kann mich nicht so erinnern, dass wir irgendwie auch unterschiedlich in dem Sinne behandelt wurden von den Eltern.
00:50:20: Wir hatten unterschiedliche Zuständigkeiten.
00:50:21: Wir Mädchen mussten eher... Wir mussten zum Beispiel die Küche von der Oma auch machen und die Jungs mussten mehr in der Landwirtschaft helfen.
00:50:27: aber wir Mädchen müssten auch in der landwirtschaft helfen.
00:50:29: also die musste aber auch mal abtrocknen die Jungen.
00:50:33: Ich glaube, meine Eltern hatten nicht so einen klaren unterschiedlichen Erziehungsstil uns die Mädchen und den Jungs gegenüber.
00:50:39: Also wir wurden auch noch nicht so geschlagen.
00:50:40: Also mein ältestes Bruder hat meinen Papa das mal probiert aber es endete im Disaster und er war auch nicht überhaupt der Schläger.
00:50:47: Überhaupt gar nicht!
00:50:49: Ich wurde nie geschlagen von niemand in meinem Leben.
00:50:53: Aber warum bleibt man?
00:50:55: Warum bleiben mir diese Erinnerungen an diese Frauen?
00:50:57: Warum ist das so?
00:51:01: Weil ich ein Mädchen bin habe ich diesen Menschen ganz besonders zugeschaut.
00:51:07: Da bin ich überzeugt, und ich könnte jetzt auch vielleicht männlicher... Ich hab vorhin auch zwei Lehrer genannt, die ich so toll fand als Lehrkräfte aber eben Vorbilder für mich als Frau.
00:51:16: Die Identifikation?
00:51:18: Ich habe mich mit denen identifiziert und sie haben mir angetrieben in meinem Leben etwas zu machen oder noch etwas zu ändern Und dann später kam natürlich schon dazu, dass ich mir mehr Gedanken gemacht habe.
00:51:31: Was muss man denn alles tun als Frau?
00:51:33: Um irgendwo in einer leitenden Position zu sein?
00:51:36: und im Übrigen war ... Ich meine, als Lehrerin war ich sehr selbstständig.
00:51:40: Ich hab große Projekte gemacht als Tanzpädagogin und Choreografin.
00:51:44: Das stand mir niemandem weg.
00:51:45: Ich konnte die wirklich machen.
00:51:46: Gabs auch Geld dafür noch damals.
00:51:49: Dann als Regisseurin bist du auch Chefin und hast ein Team und ich hab das immer schon so geliebt, im Team zu arbeiten um irgendwie so eine Vision zu folgen.
00:51:58: Das hat mein Leben sehr geprägt.
00:51:59: Ich mochte das immer gerne, ich bin auch Steinbock.
00:52:03: Da ist mein Ziel da will ich hin und da kann ich ganz schön in den Tunnel geraten weil ich mich dann so motiviert.
00:52:12: Das ist gut, weil ich glaube durch Ihre Art nehmen Sie ja Leute mit.
00:52:17: Sie haben mir auch schon gesagt, dass sie gerne im Team arbeiten.
00:52:19: Das eine ist der Tunnel, durch den man alleine sich roppt, weil man nichts mehr rechts und links sieht – das machen Sie anders!
00:52:26: Ich mag Ihre Antworten und Sie zählen alle ab auf das, worauf wir jetzt gleich zu sprechen kommen.
00:52:32: Auf diesen wirklich wunderschönen und sehr wichtigen Film, bei dem ich an einigen Stellen weinen musste.
00:52:41: Mal vor Glück und mal vor Schmerz.
00:52:43: Das ist einfach so... Und das passiert nicht so oft.
00:52:49: Dadurch haben sie letztendlich auch mit diesem Film sicherlich eine Projektion, eine Leinwand geschaffen um sich für andere Mädchen, für andere Frauen orientieren zu können, um Visionen zu kriegen, um sich inspirieren zu lassen.
00:53:03: Erstmal Musik!
00:53:05: Und zwar von ihrer Tochter.
00:53:06: Spielen wir jetzt Musik?
00:53:09: Ihre Tochter Lea ist Singer-Songläuterin, ich glaube sie ist auch zuerst Lehrerin geworden.
00:53:13: war es nicht so?
00:53:15: Nee, sie hat zuerst eine Musik gemacht.
00:53:17: die lebt ja schon lange in Schweden und hat Saxophon studiert und hat dann gemerkt als Saxophanistin als Frau.
00:53:25: Es ist sehr hart und sie hat die Erfahrung gemacht, dass sie gar nicht so große Lust hat wie ihre Saxophon-Kollegen.
00:53:30: Die männlichen sich in Abend lang über einen Solo von irgendeinem bekannten Saxophanisten zu unterhalten.
00:53:37: Und dann kam sie eines Tages nachdem sie schon ein paar Jahre Musik gemacht hat, sagt sie ich muss meinen Kopf nochmal mit etwas anderem beschäftigen.
00:53:44: oder hat sie Mathe und Philosophie studiert fünf Jahre für Lehramt in Schweden und es kam er dann zugute in zwei Richtungen einmal Weil sie während Corona-Lehrerin sein konnte, an einem Gymnasium hat Mathe unterrichtet.
00:53:56: Und zum Zweiten weil sie durch diesen Entschluss dahin gekommen ist wo sie jetzt ist nämlich sie fing an zu singen nicht mehr nur Saksophon Sie fing an zur Singen, sie fing An Lieder zu schreiben und das ist genau
00:54:10: Das ist genau Ihr Ding.
00:54:11: Und sie macht Musik auch für ihre Projekte, Sie hat auch Musik für den aktuellen Film gemacht bis auf eine Geschichte.
00:54:17: Südkorea?
00:54:19: Genau!
00:54:19: Hat sie gut gemacht, hat sie sehr einfühlsam, finde ich, gemacht und sehr passend... Was hören wir jetzt für ein Stück von ihr?
00:54:25: Here we are.
00:54:26: Layer in the loved ones.
00:54:27: Ja.
00:54:28: Was müssen wir darüber wissen?
00:54:30: Da muss ich wirklich mich sehr zusammenreißen, dass sich da nicht weine weil ich weiß.
00:54:34: also, als sie uns das Lied geschickt hat, da habe ich wirklich geheult Das ist ein Lied, wo sie sich Gedanken macht über sich und die Geschwister.
00:54:49: Daheim ... Wie das is ja?
00:54:52: The crew from the past!
00:54:54: Und das find ich so schön.
00:54:57: Ihre eigenen Geschwistersatze, unsere Kinder.
00:54:59: Die waren auch in kurzer Zeit hintereinander geboren, die waren wirklich eine Crew-Unzählte.
00:55:04: heute noch, die drei.
00:55:36: Die Regisseurin Sigrid Klausmann ist hier zu Gast heute.
00:55:42: Girls
00:55:42: Don't Cry, ein Film der jetzt gerade in die Kinos kommt.
00:55:46: Wer jetzt in Echtzeit ist, Ende April, dristigste April.
00:55:52: Sie haben den Stoff erstmalig aus dem Jahr zwei Tausend Achtzehn eingereicht um ihn fördern zu lassen als der besondere Kinofilm.
00:56:00: es wurde abgelehnt.
00:56:02: Die Geschichte hat sich ihren Weg gesucht und ist zu einem wunderschönen Film geworden, der die Geschichte von sechs jungen Frauen, Mädchen aus sechs Ländern erzählt.
00:56:12: Also die sind alle im Teenager-Alter, Page, Sinei, Shilan, Nancy, Nina und Selena.
00:56:23: Wie steigen wir ein in das Gespräch über diesen Film?
00:56:25: Wollen Sie erst mal sagen wie Ihnen die Idee kamen?
00:56:28: Also, nachdem ich im Rahmen unseres Projekts hundert und neunundzig kleine Held-Innen viele Jahre unterwegs war auf der Welt um Kinder zu porträtieren.
00:56:36: Im Alter von zehn bis ...
00:56:38: Auch ganz, ganz schön Kinder auf ihrem Schulweg.
00:56:42: Ganz unterschiedlich sehenswert.
00:56:46: Ich weiß nicht kann man das auch irgendwo noch sehen?
00:56:48: Also den
00:56:49: Kinofilm nicht ohne uns der daraus entstanden ist.
00:56:51: Nicht ohne uns heißt der Kinofillms
00:56:53: genau.
00:56:53: und dann gibt es die Reihe Hundert neunzig kleine Helden in mehreren Bundesländern sind hier auch auf diesen Bildungsplattformen.
00:57:00: also da muss man sich einfach bei den Medienzentren kann man sich da erkundigen oder bei uns.
00:57:05: sie finden unsere Website, wenn Sie Fragen haben zu einzelnen Filmen.
00:57:09: Die können wir auch liefern.
00:57:10: Genau unser Da... Welche
00:57:12: Website ist das?
00:57:13: Das heißt jetzt tatsächlich wie der Film Girl's Don't Cry in einem Wort.org.
00:57:21: Okay.
00:57:22: Wewegirlsdoncry.org.
00:57:24: und da kommt man noch auf die Website von Hundert neunzig kleine Heldinnen kann man sich weiter klicken.
00:57:29: Da kennt man die siebenunddreißig Kinder, die wir porträtiert haben.
00:57:33: klug sind.
00:57:35: Also ich bin fassungslos wie reif, also die Gedanken sind das sind Kinder, das spürt man aber wie viel klüger als so manche Erwachsene sich äußern und auch wie empathisch.
00:57:48: Das ist schon sehr beeindruckend.
00:57:50: Und bei diesen Begegnungen mit den Kindern der Welt ist man natürlich schon klar geworden, dass es einen Unterschied macht in welchem Geschlecht du geboren bist.
00:57:58: Ob die Junge oder Mädchen bist.
00:58:00: und so ist vielleicht diese letzte Filmidee, die ich jetzt verfolgt habe eigentlich halt im Jahr zwei Tausend Achtzehn.
00:58:06: tatsächlich da ist der Wunsch immer gewachsen in meinem letzten Film Mädchen eine Stimme zu geben weil es wichtig ist und weil das auch immer noch nötig ist.
00:58:18: Weil es ja nicht so ist, dass sich alles so verändert hat, dass wir Gleichberechtigung haben bei der Bezahlung, dass Wir gleichberechtigungen haben innerhalb der Familien.
00:58:29: Das war mir wichtig.
00:58:30: Es war mit großer Wunsch Und wie das so ist beim Dokumentarfilm Mit allen Schwierigkeiten verbunden mit Finanzierung insbesondere.
00:58:38: Und nachdem diese erste Finanzierung damals bei der besonderen Kinderfilm, als es übrigens gescheitert war, habe ich den Film den Stoff umgeschrieben und gesagt, ich gehe jetzt mal ganz bewusst in die nächste Alterstufe zu den Teenagern.
00:58:51: In die Pubertät!
00:58:52: Was heißt das denn?
00:58:53: Was sind dafür Themen im Vergleich zur Alterstufel davor?
00:58:58: Und so wuchs der Wunsch ... hab' ich dann in der Sommer umgeschreiben und dann kam Corona da stand alles still Und dann haben wir tatsächlich von einer Frau in Stuttgart aus einer Erbschaft ein bisschen Geld bekommen für eine Geschichte.
00:59:14: Serbien!
00:59:15: Und diese Frau hat gesagt, Hauptsache es muss über die Mädchen sein.
00:59:19: Eine im Schwäbisch.
00:59:20: und dann haben das gedreht in wenigen relativ wenigen Drehtagen und da war sowas wie Anfang gemacht.
00:59:30: und dann habe ich mit Walter zusammen das besprochen und ich hab gesagt komm was machen wir noch?
00:59:35: Dann haben wir auf Filmförderung beantragt.
00:59:36: Die haben wir dann teilweise bekommen.
00:59:40: Und es war klar, dieser Film ist längst damit nicht finanziert.
00:59:43: aber wir machen das und so ist
00:59:45: das offensichtlich.
00:59:46: Ja genau.
00:59:47: Und nachdem der Themenkreis eigentlich klar war da ist auch ein Thema dazugekommen was nicht geplant war über die Schieler aus ursprünglich Nordirakia oder Syriza weil unsere Kultusministerin, die unser Projekt sehr schätzt bei einem Gespräch sozusagen, das hineingebracht hat und gesagt hat.
01:00:04: Mich würde es interessieren wie geht es den Töchtern der Frauen?
01:00:08: Der Jesidin die wir in dem Jahr zwei Tausend Fünfzehn nach Baden-Württemberg geholt haben?
01:00:12: da hatte die Landesregierung unter Herr Kretschmann ein tausend jesidische Frauen und ihre Kinder nach baden-württmberg.
01:00:17: Das hat
01:00:17: er gut gemacht.
01:00:18: Ganz toll!
01:00:19: Und in diesem Gespräch war schon klar dass wir Girls on Cry, dass das ja am Werden ist.
01:00:24: und ich sage zur Frau Schopper sag ich das wäre doch Wunderbare Geschichte für Girlstone Cry.
01:00:30: Das hat ein Staatsministerium in Baden-Württemberg auch finanziert.
01:00:33: Haben Sie gut gemacht?
01:00:35: Wir hören jetzt einen kurzen Ausschnitt, wir hören uns nämlich Schilan an und das ist wirklich nur ein kleiner Einstieg.
01:00:43: Es ist ein wunderbares Mädchen ganz toll, ganz tolle Geschichte.
01:00:46: Ständig wurden wir an andere Orte gebracht aber wir wussten nicht genau wohin.
01:00:51: Wir wurden manchmal in eine Gefängnis gebracht, manchmal in einer Schule.
01:00:58: Die Fenster waren den Dunkel, dass man nicht sieht in welcher Stadt man gerade ist und so.
01:01:07: Die Frauen wurden verkauft aber die Männer wurden einfach von den Familien weggenommen und man weiß nicht ob sie da erschossen wurden oder noch leben oder immer noch in diesem Gefängnis sind und so.
01:01:22: Und die Frauen wurden vergewaltigt, verkauft also als ob sie nur Müll wären.
01:01:29: Ich weiß nicht, was man machen muss um zu einem Land zu gehören oder so.
01:01:33: Aber ich wäre stolz darauf, dass ich Deutsche ... Die Menschen sind sehr nett und das Essen ist gut, sag' ich ja ehrlich!
01:01:41: Aber ich weiß nicht ,was mal machen muss, um in Deutschland zu gehörn.
01:01:45: Wenn man mich fragt, bist du hier gut angekommen?
01:01:47: Fühlst du dich
01:01:48: wohl?"
01:01:48: Ich würde sagen, ich hab schnell Deutsch gelernt.
01:01:52: Und ich rede auch sehr viel.
01:01:55: Ich würd mich jetzt in kein anderes Land so sehr wohl wie ... fühlen wir hier in Deutschland.
01:02:02: Dieser Satz soll jetzt bitte nicht missverständlich klingen, aber das ist kein Film über Integration.
01:02:08: In dieser Geschichte kommt Integration und die Schwierigkeiten sich da reinleben und was man erlebt.
01:02:16: Und die positiven und negativen Erfahrungen da rein, aber sie haben einfach sechs Lebensgeschichten genommen.
01:02:23: an diesem Fall wie gesagt hat das etwas mit Integration zu tun.
01:02:26: in einem anderen Fall eines anderen Mädchens Die wunderbare Nancy.
01:02:30: Oh Gott Nancy.
01:02:32: In diesem Gesicht konnte ich mich schon gar nicht satt sehen.
01:02:35: Wie glücklich müssen Sie auch gewesen sein diese Mädchen gefunden zu haben?
01:02:39: Nancy spricht in dieser Szene, die wir jetzt hören Mit einer Freundin.
01:02:44: Die beiden sind
01:02:47: in
01:02:48: einem Schutzhaus vor Beschneidung, Genitalverstümmlung.
01:02:53: Ganz
01:02:53: genau!
01:02:54: Und sie werden aber leider zurückgeschickt.
01:02:56: also Sie müssen zurück zu ihren Familien und wir hören jetzt nicht Nancy im O-Ton sondern ihre Freunde.
01:03:04: Mein Vater hat mir mal gesagt wenn ich nicht beschnitten bin soll ich mich nicht mehr zu Hause blicken lassen.
01:03:13: Er möchte nicht, dass auch mal Mann wahrgenommen werden.
01:03:16: Wobei er uns daheim Armut herrscht.
01:03:18: Er möchte mit anderen konkurrieren können... Aber ich weiß!
01:03:25: Meine Mutter möchte das sich lernen.
01:03:27: Deshalb sagt sie meinem Vater nicht wo ich bin.
01:03:30: Auch wenn mein Vater sich schlägt, sagt sie ihm nichts.
01:03:37: Und wenn ich meinem Vater sagen würde, dass ich lernen möchte, würde er es nur als Zeitverschwendung ansehen.
01:03:42: Das sind jetzt zwei erste Ausschnitte.
01:03:45: Wenn ich jetzt sage, es gibt auch ganz
01:03:47: leichte
01:03:48: und ganz spielerische und schöne und heitere, viele heiteren Momente und vor allem sehr viele schöne Bilder also an alle beteiligten Kamera- Männern und Kameraphraunen.
01:04:00: Auch meine Korrigisseuren?
01:04:01: Genau!
01:04:02: Und die haben eine Korrigiseurin für drei Länder gehabt.
01:04:06: wirklich Hut ab Es ist ein großes Vergnügen trotz mancher schwerer Momente diesen Film zu sehen.
01:04:13: Welche Probleme gab es möglicherweise auch mit diesen Girls?
01:04:15: Weil sie sind nun in der Pubertät und haben ganz unterschiedliche Temperamente.
01:04:19: Da sprechen sie was genau das an, worum es geht.
01:04:22: Wenn man mit jungen Menschen dreht ist einfach nur Menschen die vielleicht auch erst mal eine Begeisterung haben und stolz sind dass in einem Film mitwirken wobei ich sagen würde bei den Mädchen das Cast to Girls Don't Cry Den kann man schon mal applaudieren weil sie sich überhaupt getraut haben zu ihrer Geschichte zu ihren Themen vor die Kamera zu gehen.
01:04:42: Das ist für Mädchen die in der Pubertät sind überhaupt nicht selbstverständlich.
01:04:46: Die tauchen ja jetzt nicht auf als Influencerin oder irgendwas Cooles, sondern mit ihren Geschichten und ganz eigenen Worten werden wir kein Sprecher, sondern dieser Film lebt davon dass diese jungen Frauen
01:05:01: erzählen.".
01:05:01: Und dazu muss man nur ganz kurz fällt mir jetzt zum Beispiel page ein Teenage-Mam.
01:05:09: Sie zeigt, wie jung sie ist und wie sie mit ihrem Kind lebt.
01:05:11: Oder auch Schillern, die wir eben gehört haben, deren Mutter schon sagt, die Hände des ES oder Arme reichen weit.
01:05:20: Das ist ein Risiko.
01:05:22: Du weißt nicht was passiert, wenn du dich äußerst.
01:05:25: Und das dritte Beispiel ist, dass ich noch hervorheben möchte, obwohl die gehen gar nicht in Konkurrenz, sondern gar nicht.
01:05:32: Aber es ist toll, dass sie das auch mitgedacht haben.
01:05:36: Selina!
01:05:37: ...
01:05:37: als Selenar-Ausschelle.
01:05:39: Genau,
01:05:40: ein
01:05:41: Transgender-Mädchen genau und einer solchen Ausstrahlung deiner solchen Kraft.
01:05:46: Ich glaube ganz grundsätzlich würde ich gerne sagen diese Mädchen sind Mädchen vorneben an.
01:05:53: Ich kann überhaupt nicht sagen... ich hatte hier irgendwie zwanzig zur Aussage und habe die tollste genommen sondern den Casting.
01:05:59: für so einen Film ist man am Ende froh wenn man für jede Geschichte ein Mädchen gefunden hat.
01:06:05: Und diese Ausstahlung die kann man sichtbar und spürbar werden lassen, wenn man sich wirklich mit ihnen beschäftigt.
01:06:16: Ich sage oft meinem jungen Publikum im Kino ich bin überzeugt, ich könnte über jeden von euch ein Film machen der spannend und interessant ist!
01:06:25: Und so ist es bei den Mädchen auch.
01:06:27: Wir geben Ihnen ganz viel Zeit.
01:06:29: Zehn Tage haben Sie, glaube ich, pro.
01:06:31: Zehntage und da ist wirklich viel.
01:06:33: Da drehen natürlich alles Mögliche und Alltag und Ideen was man erzählen möchte aber wir verbringen sehr viel Zeit mit ihnen auch bei den Interviews Und diese Interview sind eben gesetzte Interviews.
01:06:45: Es ist ganz klar hier sitze ich anderthalb Stunden zwei Stunden Mit der Regisseurin dem Kammerfrau der Kammermann und dem Tonmann und Hier sind wir in einem kleinen Raum in einem geschützten Raum und hier wird geredet.
01:07:00: Hier wird nicht beurteilt, hier wird nicht kommentiert, sondern
01:07:05: gesprochen.".
01:07:06: Und das ist eine Erfahrung die ich schon bei den kleinen Heldinnenfilmen gemacht habe – das sind die Kinder nicht gewohnt!
01:07:11: Jemand der einfach da sitzt und zuhört und interessiert es.
01:07:15: Das bin ich nun mal an, deswegen mache ich solche Filme.
01:07:20: Dann werden diese Persönlichkeiten sichtbar dann kommt etwas von ihrer inneren Schönheit zur Blüte.
01:07:29: Und wenn es gut gelingt, die einen sind in der Schüchterne als andere.
01:07:32: ich habe ja sechs vollkommen unterschiedliche
01:07:34: Charaktere
01:07:35: und Page gehört zu denen die da hat eben halb liegt in ihrem Bett also manchmal hatte sie auch ihre E-Zigarette dabei oder so oder guckt ihr sogar noch aufs Handy?
01:07:43: Also eine coole Socke!
01:07:45: Und Herr Niener aus Serbien ist ganz anders, er hat viel Respekt vor uns als Team aber es ist irgendwie gelungen Durch die Zeit, die wir verbracht haben durch dieses Nicht-Bewerten.
01:07:58: Da bin ich überzeugt und sie haben gespürt, ich muss da nicht was Tolles leisten!
01:08:03: Ich muss dieser Regisseur irgendwie super sein.
01:08:06: Ich darf dies sein, die ich bin.
01:08:08: Und dann kann das klappen...
01:08:12: gut gemacht und sie haben die richtigen, wenn ich jetzt sage Leitplanken klingt es soll das nicht einschränkend klingen sondern Sie werden ja schon einen Rahmen vorgegeben haben.
01:08:21: Und eben nochmal Stichwort Puberté da gehört auch von beiden Seiten dann eine gewisse Disziplin dazu.
01:08:27: Das ist
01:08:28: sicherlich nicht immer einfach
01:08:30: gewesen.
01:08:31: Das muss ich schon sagen.
01:08:32: also da will ich auch gar nichts beschönigen.
01:08:34: Also die Page um Parier zu bleiben Da gab es schon einen Moment, wo ich dachte zu bringen.
01:08:40: Ich habe meine Grenzen und dann hat man das schön ist mit dem kleinen Team arbeitet auch mit Thorsten Hammes mein Kameramann in England der eben genau also auch den Protagonisten und den Familien das Gefühl gegeben haben wir sind jetzt für euch da wir sind hier eure wegen Und das spüren die auch.
01:08:58: und wenn man dann mal ein schwachen Moment hat ist ein team da was ein irgendwie wieder komme sie kriegt ja und umgekehrt und Das ist das schöne.
01:09:06: Wir verlosen zweimal zwei Karten für Girl's Don't Cry.
01:09:12: Erst mal hören wir jetzt Van Morrison, These Are The Days.
01:09:16: Warum dieses Lied?
01:09:18: Na, Van Morrison gehört zu My Heroes, my musicals in heroes und these are the days ist so ein bisschen was wie unsere Familienhymne.
01:09:26: unser Sohn liebt das Lied Und ich habe es sehr oft verwendet auch im Unterricht Könnte heute glaube ich noch eine E-Tüte dazu tanzen.
01:09:34: Aber es ist auch ein Lied, was vielleicht von Sehnsucht.
01:09:37: Von etwas Positiven aber ja also nicht sehnsuchten Sinne von Gott ist alles vorbei sondern dass so auch in Leben gelingen kann wenn man sich an diese schönen Zeiten die Zeit einen Sommer wirklich schön war oder auch im Herbst.
01:09:51: und das drückt dieses Lied für mich
01:10:21: aus.
01:10:38: Frau Klausmann Sie haben selbst jetzt schon in diesem Gespräch gesagt und auch in einigen Interviews das ihr letzter Film ist sein soll.
01:10:49: Ihr Mann hat allerdings in einem, Sie wissen schon, worauf ich hinaus will?
01:10:54: Er hat das ein bisschen gedroppt weiß ich nicht vielleicht auch hinter vorgehaltener Hand gesagt aber er sagte Ich könnte mir vorstellen dass Segret wenn das mit der Finanzierung stünde nochmal einen Film machen würde aus der Perspektive von Jungen.
01:11:10: also hier geht es um Hier stehen die Mädchen im Fokus Ohne Grund.
01:11:15: Sie haben mir auch gesagt, dass sie aus der Erfahrung, die sie gemacht haben in einen anderen Drehs
01:11:19: usw.,
01:11:20: gemerkt haben da ist immer noch diese Ungleichheit.
01:11:22: Wir leben in einer komischen Zeit.
01:11:25: Man muss gar nicht selbst bei Social Media sein um zu wissen welchen Einfluss Social Media hat gesellschaftlich weltweit und das es Misogenie gibt Und dass die gerade auch unter Jungs, also jungen Männern und Jungs weitverbreitet ist.
01:11:42: Und sich so verbreitet wie ein Pilzgeflecht ohne dass man das Gefühl hat da was machen zu können.
01:11:50: Ich glaube auch viele Elternhäuser und Schulen sind überfordert.
01:11:56: Könnten Sie sich vorstellen oder was müsste passieren damit sie einen Film den Jungs widmen?
01:12:05: Denke ich nicht, dass ich das mache.
01:12:07: Das hängt aber nicht damit zusammen, dass sich nicht die Notwendigkeit sehe oder noch viel klarer mein Interesse.
01:12:14: also ich sehe natürlich habe auch einen Sohn.
01:12:15: Ich sehe natürlich, dass es auch schwer ist heute im Leben eines jungen Wer bin ich?
01:12:22: Was muss ich tun, wenn ich ein Mann werde oder ein Mann bin?
01:12:25: Also ihr Sohn ist erwachsen
01:12:27: Erwachsene der ist, der ist ist thirty-eight.
01:12:29: Aber ich habe ihn ja auch erlebt als Junge Als Ein Junge.
01:12:33: Der Junge, junge ist im Sinne von Ellbogen oder im Sinne mal eine draufhauen.
01:12:38: Er hat sehr weibliche Seiten, wie ich das so sagen darf und ist ja auch nicht umsonst in der Modebranche.
01:12:45: Tun wir
01:12:45: uns einen Gefallen damit die weichen Seiten weiblich zu nehmen?
01:12:49: Denn das ist genau das was eigentlich ... Schon identifiziert sich ein Junge-Junge nicht mehr damit, weil er das Gefühl hat wenn er weich ist und offen ist er weiblich.
01:12:58: Ja weibliche Seiten was sind denn die klassischen?
01:13:01: Was wären denn die typischen klischeehaften weiblichen Seiten?
01:13:05: Man spricht ja nicht umsonst oft davon dass man sagt wen Frauen in Führungspositionen sind.
01:13:11: Das ist es oft gut für einen Unternehmer Weil sie einfach andere Skills haben.
01:13:15: Und es darf auch sein finde ich.
01:13:16: also Ich bin noch die allerletzte sage ich mir den Kerl sei ich muss ja genau so.
01:13:19: Ja das gar nicht Sondern ich das so stehen lassen darf, dass wir alle in uns beides haben.
01:13:24: Absolut!
01:13:25: Ich habe sicher auch was Maskulin von einem Jungen und trotzdem fühle ich mich so hundertprozent als Frau.
01:13:29: Und dass man da nicht gar nicht, dass es gar nicht immer darum geht, weiblich oder männlich, sondern das ist ja beides in uns.
01:13:36: Ja eben.
01:13:36: Das stehenlassen zu dürfen und beides sein zu dürfen – und wie toll das ist wenn man das zulassen kann.
01:13:42: Aber warum
01:13:42: nennen wir das durchsetzungsstarke Maskulin?
01:13:45: Ja, genau.
01:13:46: Da sind wir immer noch selbst gefangen.
01:13:48: Wir sind immer noch gefangen
01:13:50: als so viel zu tun
01:13:51: und ihr Sohn ist bestimmt nicht weniger Sohn oder Mann weil er weiche Seiten und offene sensible... Also wir gehen immer wieder in die Falle das zu bewerten und zu sagen dass es seine Weibliche Seite ist einfach seine weichere Seite.
01:14:07: Sie sagen, das sind nicht die Gründe.
01:14:09: Ist es die Schwierigkeit mit einer Finanzierung?
01:14:11: Weil man ungefähr sechshunderttausend Euro stemmen müsste für so einen Film?
01:14:16: Mein Mann sprach von sechshundertausend weil er weiss, dass man dann einigermaßen in Ruhe drehen kann.
01:14:22: also wir haben ja für diesen Film weit aus weniger ausgegeben.
01:14:26: Warum soll ihn andere machen?
01:14:28: vielleicht ist eine schöne Anregung der jüngeren Kolleginnen und Kollegen daran zu gehen.
01:14:33: Das hat absolut seine Berechtigung Und auch ein Zeichen, wo wir teilweise so einen Backlash erleben in vielen Ländern.
01:14:40: Auch bei uns.
01:14:41: das was sie angesprochen haben.
01:14:44: Auch diese Tradwipes, wobei ich gar nicht weiß wie groß diese Bewegung ist.
01:14:48: also man heute ist ja auch so dass man alles größer macht als es ist und ich finde es auch wichtig zu sagen jawohl diesem Backlash.
01:14:58: Aber wir haben jetzt den Vergleich zu vor fünfzig Jahren oder vierzig Jahre noch, haben wir aber auf der anderen Seite einen Bewegung die auch nicht gerade einfach jetzt aufgelöst wird nur weil es ein paar Treadwifes gibt im Gottesnamen.
01:15:10: also so beeindruckend finde ich das jetzt auch wieder nicht sondern dass wir auf der andern Seite viele junge Frauen haben.
01:15:16: die
01:15:17: werden in Teufel tun und sagen ja okay warum ist es denn immer das eine oder das andere?
01:15:23: Wieso?
01:15:23: Und darüber spreche ich ganz viel mit meinen Jugendlichen Zuschauerinnen dass ich eben auch aufgrund meiner Lebenserführung sagen kann, ein gutes Leben kann so gelingen wenn ihr euch zusammentut mit einem Partner oder einer Partnerin und vielleicht Kinder habt.
01:15:36: Wir machen es miteinander!
01:15:38: Und dieses Miteinander haben zwar meine Eltern auch schon gemacht aber in so klar abgegrenzten Rollen und das muss nicht mehr sein ja?
01:15:44: Also warum haben dann die Männer die hohe Rente und die Frau?
01:15:47: nicht?
01:15:48: weil sie sich doch immer wieder zurückziehen und da ist viel Luft nach oben und ganz überzeugt sind die glücklicher Beziehungen.
01:15:56: Und früher sind ich deswegen weniger in geschieden worden, weil die da besser waren.
01:16:02: Sondern weil die Frauen gesagt haben, wo hätte ich denn hin sollen?
01:16:06: Ich war ja abhängig und das ist heute anders.
01:16:08: Deswegen können Frauen heute eher sagen... Ich möchte das so nicht mehr.
01:16:13: Das ist aber nicht schlecht und ich glaube auch, dass nun nach einer dieser Mythu-Bewegung die wir hier erlebt haben, dass es zu allen Bewegungen eine Gegenbewegung gibt und das ist natürlich in Zeiten von Social Media – das mache ich mir auch meine Gedanken darüber – viele jungen Menschen Einflüssen ausgesetzt sind, die wir auf diese Weise nicht hatten.
01:16:34: Und da müssen wir aufpassen!
01:16:35: Deswegen müssen unsere Kinder, wir können nicht sagen Handy weg.
01:16:38: Aber ich würde schon sagen bis zu einem bestimmten Alter braucht kein Kind ein Handy Es ist zu nichts und zwar zu Nichts Gute außer dass Eltern im ruhigen Restaurant irgendwie essen können.
01:16:48: es ist so Nichts gute oder ab einem bestimmte alter kommt es dazu weil das ein Teil unseres Lebens geworden ist Und da müssen wir in der Schule und Zuhause auch drüber reden.
01:16:56: was ist denn da gut daran?
01:16:58: Wie gehen wir damit um und den jungen Leuten ganz klar machen welchen Gefahren sie ausgesetzt sind?
01:17:03: also klar Dafür sind wir Eltern erziehungsberechtigt, auch dazu da uns damit den Kindern auseinanderzusetzen zu streiten und zu reiben.
01:17:11: Ich
01:17:11: glaube das ist nur eine Mutmaßung.
01:17:13: aber ich glaube wenn mir als Kind gesagt worden wäre du dagegen gefahren aus vom Handy dann hätte ich das ein Ohr rein und aus dem anderen wieder rausgegangen, was ich immer wieder toll finde.
01:17:24: Und auch selbst Teile als wenn man mir das auf Insta begegnet.
01:17:27: es gibt ja immer wieder in allen möglichen Ländern auch in Deutschland schon diese Experimente dass Schulen das machen, Internate das machen Gemeinden das machen so zwei Wochen drei Wochen handiefrei.
01:17:37: und was dann dabei rauskommt die Interviews danach weil man mit den Kindern spricht die einen sagen oh Gott für mich war es ganz schön schwierig aber ich habe kann tatsächlich reiten oder ich hab erst mal auf einem Pferd gesessen ganz schöne Ergebnisse hat.
01:17:54: Es geht nicht darum, dass jeder einzelne geläutert ist.
01:17:57: Das kann man auch nicht erwarten.
01:17:58: Man sieht das alles noch in diesen Kindern und jungen Menschen.
01:18:02: Dass es wach geküsst werden muss, dass sie vielleicht ihren Fokus auf was anderes legen.
01:18:07: Damit kriegt man's am besten und am deutlichsten hin.
01:18:10: Wir sind am Ende unserer Zeit!
01:18:12: Ich möchte Ihnen und Euch wirklich ans Herz legen ins Kino zu gehen euch anzuschauen, girls don't cry.
01:18:20: Und wenn dieser Film irgendwann nicht mehr in den Kinos ist und ihr dieses Gespräch hört und das als Podcast hört vielleicht ... ... zwei tausend siebenundzwanzig who knows?
01:18:29: Dann hoffe ich dass dieser Film gestreamt wird in einem guten Sender zu einer guten Zeit und dann auch in der Mediathek landet und die Aufmerksamkeit bekommt dir auch verdient.
01:18:42: wir verlosen zweimal zwei Karten.
01:18:45: dazu Müssten Sie folgende Frage richtig beantworten?
01:18:49: Wie heißt der Film, den ich im Jahr two thousand nine über eine Erzieherin aus Stuttgart gedreht habe.
01:18:56: Ja schicken sie die richtige Antwort bitte an hörbaradradioe.de.
01:19:00: Schreiben Sie Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer in die E-Mail damit wir Sie benachrichtigen können.
01:19:04: Wir verlosen hier wie gesagt zweimal zwei Karten für den Kinofilm Girls Don't Cry.
01:19:10: Und verstehe ich das richtig?
01:19:11: denn auch das haben Sie in einem Interview gesagt?
01:19:14: Im Bildungsbereich stehen Sie gerne für Anfragen zur Verfügung.
01:19:18: Was heißt das?
01:19:20: Ich stehe überhaupt für Anfrage zur Verfügung, wenn der Film gezeigt werden soll aber da schlägt schon auch mein pädagogisches Herz sozusagen.
01:19:28: ich stehe zur Verfügung wenn sie mit ihren Schuhklassen den Film anschauen wollen und wollen, dass die Kinder mit der Regisseurin ins Gespräch kommen können.
01:19:43: Eine Altersfreigabe ab zwölf, aber wir empfehlen den Film ab vierzehn.
01:19:47: Ich hatte schon mal dreizehnjährige Mädchen im Film also es kommt ein bisschen darauf an.
01:19:52: entscheiden sie wie weit sind ihre Kids in der Entwicklung?
01:19:56: Aber ab vierzen ist da vielfach gut aufgehoben.
01:19:59: und dann aufwärts.
01:20:01: eine Zuschauer bei einem Dokumentar für Festival in Italien sagte, I think this film should be seen by boys and girls.
01:20:09: And even my grandma shouldn't watch the
01:20:11: film.".
01:20:12: Ich steh's mich dem an!
01:20:13: Absolut der Empfehlung.
01:20:15: und die Professorin Maya Güppel ist Schirmharin da haben sie sich also auch die Richtige ausgesucht lief auch schon auf über fünfzig Festivals glaube ich der Film.
01:20:24: Hat mehrere Preise bekommen.
01:20:26: Sehr
01:20:26: sehr schön auch verdient Genau.
01:20:28: Vielen Dank, dass Sie hier noch sind und all die Geschichten erzählt haben und alle Songs.
01:20:34: ein Letzter ist noch übrig geblieben about to depart my dear companion.
01:20:39: Geben sie uns dazu noch einen Satz?
01:20:42: About To Depart ist von My Dear Companion das Gesangstrio in dem Lea unsere Tochter mitsingt und mitleitet und es vor allen Dingen in sofern besonders als er tatsächlich auch im Film vorkommt.
01:20:55: Ein Lied über Abschied
01:20:57: Passt!
01:20:58: Wenn Sie jetzt erst eingeschaltet haben, dann haben sie die Möglichkeit sich das gesamte Gespräch mit Sigrid Klausmer noch mal als Podcast anzuhören.
01:21:06: Ich danke Ihnen für Ihren Besuch hier.
01:21:08: Tschüss!
01:21:52: Das war der Podcast der Radiosendung Höhebar Rust.
01:21:57: Wir hoffen, dass es Ihnen gefallen hat wenn Sie möchten.
01:21:59: Sie können ihn abonnieren.
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